© Deutsche Raumfahrt Agentur im DLR

Space Seeds 2.0

Forschung mit Welt­raum­sa­men

Was ist biologische Vielfalt? Was bedeuten Blumen für uns und unsere Umwelt? Und was haben Blumen mit Raumfahrt zu tun? Damit Grundschulkinder diesen spannenden Fragen nachgehen können, hat die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR mit einer Falcon-9-Rakete (SpaceX CRS-23) am 29. August 2021 vom Kennedy Space Center in Florida zwei Kilogramm Wildblumensamen zur Internationalen Raumstation ISS geschickt. Diese „Weltraumsamen“ waren zusammen mit dem deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer während seiner Mission Cosmic Kiss auf der ISS, ehe sie am 24. Januar 2022 wieder sicher auf der Erde gelandet sind. Am 7. September 2022 hat Matthias Maurer zusammen mit einer Grundschulklasse einen kleinen Teil dieser Samen auf dem UN Campus in Bonn im Rahmen einer mit UN-SPIDER organisierten Aktion ausgesät.

„Für uns ist es spannend zu erfahren, welche Auswirkungen die Reise ins All für die Blumensamen hatte – und die Schüler*innen helfen uns dabei, das herauszufinden. Denn nach ihrer Rückkehr zur Erde, werden nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Samen untersuchen, sondern vor allem auch die Grundschulkinder. Diese jungen Forscher*innen leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Erde und Artenvielfalt und für eine nachhaltigere Welt“, betont Matthias Maurer nach dem Aussähen in Bonn. Mitmachen können AGs, Forschungsgruppen und Schulklassen der dritten und vierten Klassenstufe im Schuljahr 2022/2023 (mit mindestens zwölf Personen).

Ohne Pflanzen wäre unser blauer Planet in der Zukunft nicht mehr lebenswert. Wildblumen sind ein sehr wichtiger Teil dieser Pflanzenwelt und für viele Tiere ein unersetzbarer Lebensraum – und damit auch für uns Menschen. Viele Arten sind mittlerweile selten geworden oder gar ausgestorben. Ohne sie finden aber vor allem Wildbienen und andere Insekten keine Nahrung mehr. Damit können auch unsere Nutzpflanzen und Bäume nicht mehr bestäubt werden und bald keine Früchte mehr tragen – ein Teufelskreis. „Der Blick von der ISS zur Erde zeigt mir leider, dass wir unseren Planeten oft nicht gut behandeln. Wir schaden dem Klima, verschmutzen die Meere mit Plastik, roden unsere Wälder und geben auch den Wildblumen zu wenig Raum. Wir müssen jetzt etwas tun um unseren Planeten, die Erde, zu schützen. Das tun die Grundschulkinder im Space Seeds 2.0-Projekt“, betont Maurer.

„Aus diesem Grund haben wir uns diesem Thema angenommen und mit Space Seed 2.0 die Bedeutung der Pflanzenwelt für unseren Planeten jetzt schon zum zweiten Mal in die Grundschulklassenzimmer getragen. Wir wollen die Kinder schon ganz früh für dieses Thema sensibilisieren und auch auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen – die sogenannte Sustainable Development Goals (SDGs) – aufmerksam machen“, erklärt Space Seeds 2.0-Projektleiterin Alexandra Herzog bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

Doch wie kam es eigentlich zu dem Projekt? „Als ich 2016 eine ARTE-Dokumentation über den Wildblumenretter Ernst Rieger gesehen hatte, reifte die Idee, statt Gemüse- nun Wildblumensamen ins All zu fliegen. Ich rief Herrn Rieger an, um ihn von dem Space Seeds-Projekt zu überzeugen. Doch ich musste ihn gar nicht überzeugen. Er war sofort Feuer und Flamme, um mit den Weltraumsamen auf den Artenschutz aufmerksam zu machen. Mir gefiel sein Engagement und sein Mut, sich für Biodiversität und Erhalt der Wildblumen einzusetzen“, sagt Volker Schmid, ISS-Missionsmanager bei der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR und Ideengeber für die Space Seeds.

Alle Informationen zum Wettbewerb gibt es hier.

Vollständige Quelle: DLR