© Alfred-Wegener-Institut | Esther Horvath (CC-BY 4.0)

Wolkenbeobachtung im Polarflugzeug

Erste Arktis-Messflüge seit Beginn der Corona-Pandemie

Der Meteorologe Dr. Mario Mech vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln nimmt von Spitzbergen aus an Forschungsflügen in der Arktis teil. Am vergangenen Sonntag ist er zusammen mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen der Arktis-Expedition MOSAiC zum ersten Flug Richtung Norden gestartet. Dr. Mech untersucht im Polarflugzeug mit Hilfe des Wolkenradar-Messgerätes MiRAC (Microwave Radar/Radiometer for Arctic Clouds) die Wolkenbildung über der Arktis. Die gesammelten Daten sollen dazu beitragen, die Rolle der Arktis und der dort auftretenden Prozesse bei der Klimaerwärmung besser zu verstehen.

„Bei meinen Messungen lege ich einen besonderen Schwerpunkt auf die Frage, inwieweit es Unterschiede in der Bewölkung über dem eisbedeckten Ozean und den vermehrt eisfreien Bereichen des Ozeans gibt. Da in Zukunft die eisfreien Flächen im Ozean zunehmen werden, sind entsprechende Messungen und Beobachtungen von großer Bedeutung“, sagt Dr. Mech.

Mech führt seine Messungen an Bord des Polarflugzeugs Polar 5 des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) durch. Nach einer fünfmonatigen Corona-bedingten Zwangspause sind die beiden deutschen Polarflugzeuge Polar 5 und Polar 6 des AWI von Spitzbergen aus zu ihren ersten Arktis-Messkampagnen des Jahres gestartet. Während Polar 5 die Atmosphäre vermisst, konzentrieren sich Meereisphysiker an Bord von Polar 6 auf die Meereisdecke des Arktischen Ozeans. Die Messflüge, die voraussichtlich bis zur dritten Septemberwoche dauern werden, sind Teil der MOSAiC-Expedition, an der auch der Forschungseisbrecher Polarstern beteiligt ist. „Unser Institut für Geophysik und Meteorologie führt im Rahmen des Sonderforschungsbereichs TR 172 – Arctic Amplification (AC)3 – auch Messungen auf dem Forschungsschiff Polarstern durch“, sagt Dr. Mech.

Von vorhergehenden Untersuchungen weiß man, dass Wolken maßgeblich zur rasanten Erwärmung der Arktis beitragen. Moderne Atmosphärenmodelle aber unterschätzen bislang den Einfluss der Wolken und simulieren ihn noch nicht richtig. Aus diesem Grund wird das Team aus Forschenden des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), der Universitäten Leipzig, Bremen und Köln sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Luftmassen über dem Arktischen Ozean großräumig vermessen und alle für die Wolkenbildung relevanten Faktoren im Detail untersuchen. Geplant ist zudem, dass das Flugzeug Polar 5 jener Route folgt, die zuvor der Forschungseisbrecher Polarstern genommen hat. Auf diese Weise können die in der Luft erhobenen Messdaten die MOSAiC-Forschung auf dem Schiff und auf dem Meereis ergänzen und vervollständigen.

Vollständige Quelle: Uni Köln