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Wege des Homo sapiens

Klimabedingungen rekonstruiert

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Professor Dr. Frank Schäbitz von der Universität zu Köln (UzK) hat eine Klimarekonstruktion der letzten 200.000 Jahre für Äthiopien publiziert. Damit liegen jetzt hochaufgelöste Daten des Zeitraums vor, in dem sich der frühe Homo sapiens, unser Vorfahr, auf den Weg aus Afrika nach Europa und Asien machte.

Schäbitz und seine Kolleg:innen ermittelten die Daten anhand eines Bohrkernes von Seesedimenten, die sich im südäthiopischen Chew Bahir-Becken abgelagert hatten, das in der Nähe von Fossilfundstätten unserer Spezies liegt.

Die maximal bis auf 10 Jahre genaue zeitliche Auflösung der Proben ergab, dass von 200.000 bis zu 125.000 Jahren vor unserer Zeit das Klima dort relativ feucht war und genug Wasser und damit reichlich pflanzliche und tierische Ernährungsquellen in den Tiefländern Ostafrikas bot. […]

Die nun ermittelten Daten passen zeitlich gut zu bisher bekannten genetischen Befunden, nach denen unsere direkten genetischen Vorfahren („African Eve“) Afrika vor ca. 70.000-50.000 Jahren „erfolgreich“ – in einer Feuchtphase – verlassen haben. […]

„Einige unserer Proxies erlauben in weiten Abschnitten des Kerns eine dekadische Zeitauflösung, was es so bisher für diesen Teil Afrikas noch nicht gab. Damit erfassen wir auch sehr kurze klimatische Veränderungen, die weniger als ein Menschleben repräsentieren“, so Schäbitz. […]

Interessant ist weiterhin, dass die letzte größere Feuchtphase, die im untersuchten Kern erkennbar ist, zeitlich gut zu den genetischen Befunden passt: danach sollen unsere direkten genetischen Vorfahren („African Eve“) Afrika vor ca. 70.000-50.000 Jahren „erfolgreich“ verlassen haben. Ihre Nachfahren erreichten vermutlich vor 50.000-40.000 Jahren Südosteuropa und trafen dort auf den Neandertaler. […]

Vollständige Quelle: UzK