Benjamin Koch © FOM

VR-Brille auf, Scheinwerfer an, Lampenfieber weg

Virtuelles Training für verbesserte Rhetorik

„Meine Hände sind verschwitzt. Zehn Augenpaare sind auf mich gerichtet. „Wichtige“ Gesprächspartner sitzen in feinem Zwirn um einen langen Tisch herum, der eine starrt gespannt zu mir auf, eine Dame blickt immer wieder ungeduldig auf die Uhr. Was, wenn ich zu schnell spreche? Wenn ich mich verhasple? Wenn mich eine Störung aus der Contenance bringt?“ Lampenfieber und Redeangst sind keine Seltenheit. Das dachte sich auch Benjamin Koch. Der FOM Absolvent möchte Menschen durch Virtual Reality (VR) die Angst vor dem Präsentieren nehmen und gründete dazu ein Unternehmen, um Frauen und Männern durch VR-Training in realitätsnah simulierten, öffentlichen Auftritten mehr Sicherheit und Überzeugungskraft zu geben.

Denn: VR macht mittlerweile Vieles möglich – und wird schon lange als Angst-Bekämpfer verwendet. Wer Höhenangst hat, geht Stufe für Stufe das Empire State Building hoch, wer Angst vorm Fliegen hat, kann den Gang zum Flughafen und durch die Kontrolle simulieren und auch eine Spinnenphobie kann mittlerweile mit VR bekämpft werden. Benjamin Koch will Menschen nun mit „VR2Business“ auch die Angst vor einem öffentlichen Auftritt nehmen. Mit 32 startete der Rheinländer ein berufsbegleitendes Studium an der FOM: „Ich wollte es mir selbst beweisen! Die Zeit an der FOM hat mir gezeigt, dass man mit der richtigen Einstellung fast alles erreichen kann. Dadurch war ich mutig genug, den Schritt zu gehen, etwas Eigenes zu machen!“ Heute vertreibt er eine VR-Software, die Präsentationen vor einem Publikum simuliert und dabei hilft, freier zu sprechen, besser zu fokussieren und ein genaueres Timing einzuhalten. „Benutzt der Sprecher zu viel Füllwörter? Verteilt er den Blick gleichmäßig über das Publikum? Spricht sie zu schnell? All diese Parameter werden ausgewertet und zusammengefasst. Der Trainierende kann dann durch dieses Feedback versuchen, einzelne Disziplinen gezielt zu verbessern“, erklärt Koch. Gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Ruetz gründete er eine GbR: „Seit März ist es jetzt offiziell und wir haben bereits erste große Kunden aus unterschiedlichsten Branchen von unserem Tool überzeugen können. Sie nutzen es für ihre Mitarbeitenden – vom Praktikanten bis zur Führungskraft. Aber auch Studenten können von unserer Anwendung profitieren. Die Zeiten der Prüfungsvorbereitung vor dem Spiegel sind vorbei.“ Zusätzlich arbeitet Koch als Key Account Manager in der Automotive-Branche, doch das Studium habe ihm gezeigt, dass man auch mehr machen könne. „Ich kann heute besser Prioritäten erkennen und setzen, habe ein sehr gutes Zeitmanagement, das es mir ermöglicht, Nebenerwerb, Hauptjob, Familie und Hobbys zu vereinen.“ {…}

Vollständige Quelle: FOM