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Universität zu Köln

Debora Gerstenberger erhält ERC Consolidator Grant

Professorin Dr. Debora Gerstenberger vom Historischen Institut der Universität zu Köln (Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte) erhält einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC). Ihr Projekt „Wired History. Computers, Humans, and the Making of Latin American Futures (1950s–2000s)“ (WIRED) wird über fünf Jahre mit zwei Millionen Euro gefördert.

Es erforscht die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine sowie zwischen Technologie und Gesellschaft anhand der Nutzung von Computertechnik in Lateinamerika in unterschiedlichen regionalen und historischen Kontexten. Mit den ERC Consolidator Grants werden exzellente Wissenschaftler*innen gefördert, die damit eine eigene unabhängige Arbeitsgruppe aufbauen und sich fachlich weiter konsolidieren können.

Der Rektor der Universität zu Köln, Professor Dr. Joybrato Mukherjee, sagt:

„Durch die Beschäftigung mit der Mensch-Computer-Beziehung im Kontext des Globalen Südens entsteht im Projekt WIRED eine hochspannende Verbindung von Themen und eine innovative Forschungsperspektive. Mit ihrem Forschungsprofil und der Key Profile Area ‚Global South Studies‘ ist die Universität zu Köln der ideale Standort für dieses Projekt. Ich beglückwünsche Frau Kollegin Gerstenberger zum Erhalt des ERC Grants.“

Von den 1950er bis zu den 2000er Jahren war Lateinamerika nicht nur durch Computerimporte, sondern auch durch bemerkenswerte Kreativität, Innovation und lokal entwickelte Computerprojekte geprägt. Das Projekt WIRED widmet sich der Frage, wie Menschen und digitale Computer gemeinsam unterschiedliche Zukunftsszenarien geprägt haben.

Die leitende Annahme lautet, dass der Computer nicht der „Schlüssel“ einer bereits vorgegebenen Zukunft ist. Vielmehr gehen Computer und Menschen komplexe Beziehungen ein. Erst die sozialen Gefüge, in denen Menschen und Maschinen zusammenwirken, können gesellschaftliche Veränderungen hervorbringen.

Unter Einbeziehung von Perspektiven aus der Technikgeschichte, den Wissenschafts- und Technikstudien sowie der Computerlinguistik untersucht WIRED verschiedene zukunftsweisende Initiativen – darunter Bildungsprogramme, statistische Ämter, wirtschaftliche Investitionen und Programmierlabore –, um die Auswirkungen der digitalen Datenverarbeitung in der Praxis zu analysieren.

Um neue Einblicke in die Gestaltung von Zukunftsszenarien zu gewinnen, kombiniert das Forschungsprojekt Interviews mit zeitgenössischen Akteur*innen mit der Analyse selten untersuchter Quellen, darunter interne Dokumente von IT-Abteilungen und Computer-Quellcodes.

Debora Gerstenberger war von 2013 bis 2022 Juniorprofessorin am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 2022 ist sie Professorin in der Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (Global-)Geschichte Lateinamerikas (insbesondere Brasiliens), Geschichte der Techniken der Macht und Computergeschichte.

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