Patientengespräch

Bild: Alexander Raths, stock.adobe

Uniklinik Köln:

Start des Lungenkrebs-Screenings

Ab dem 1. April 2026 wird das Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) bundesweit als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. An der Uniklinik Köln steht hierfür im Centrum für Lungenkrebsfrüherkennung ein spezialisiertes, interdisziplinär organisiertes Angebot bereit.

Das Screening richtet sich gezielt an Hochrisikopersonen, die lange geraucht haben, aber bisher noch keine Symptome entwickelt haben. Ziel des neuen Screening-Angebots ist die Detektion von Lungenkarzinomen zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch behandelbar sind. Bisher ist es oft so, dass die meisten Lungenkarzinome zu spät erkannt werden.

„Die meisten Patientinnen und Patienten kommen erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu uns, sodass wir aktuell über 80 Prozent derer, die zu uns kommen nur noch palliativ behandeln können“,

so Dr. Matthias Heldwein, Leiter der onkologischen und robotischen Thoraxchirurgie an der Uniklinik Köln.

„Die durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebensrate in frühen Stadien hingegen liegt bei über 70 Prozent“,

so der Thoraxchirurg.

Priv.-Doz. Dr. Simon Lennartz, Leitender Oberarzt in der Radiologie der Uniklinik Köln, hebt die praktische Umsetzbarkeit hervor:

„Das neue Screening basiert auf der Niedrigdosis-CT, einem bildgebenden Verfahren mit hoher Sensitivität für pulmonale Rundherde bei gleichzeitig reduzierter Strahlenexposition. Die Untersuchung erfolgt ohne Kontrastmittel und ist in wenigen Minuten abgeschlossen.“

Zugleich unterstreicht er die hohe diagnostische Sicherheit:

„Die Auswertung erfolgt durch qualifizierte Radiologen unter Verwendung spezialisierter Software. Auffällige Befunde werden im Rahmen einer qualitätsgesicherten Zweitbefundung erneut begutachtet.“

Die Einführung des Screenings folgt internationalen Studiendaten, die eine signifikante Reduktion der Lungenkrebssterblichkeit in definierten Risikogruppen zeigen. Voraussetzung ist eine standardisierte Durchführung mit qualitätsgesicherter Befundung und klar definierten Abklärungspfaden bei suspekten Befunden.

An der Uniklinik Köln erfolgt die Umsetzung in enger interdisziplinärer Abstimmung zwischen Radiologie, Pneumologie, Thoraxchirurgie und Allgemeinmedizin sowie den weiteren an der Abklärung und der Behandlung des Lungenkarzinoms beteiligten Bereichen (Nuklearmedizin, Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie). Auffällige Befunde können so strukturiert weiter abgeklärt werden, um eine rasche therapeutische Entscheidung zu ermöglichen.

Teilnahmeberechtigt sind Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren mit einer Rauchdauer von mindestens 25 Jahren und einer Tabakexposition von mindestens 15 Packungsjahren. Nach Eignungsprüfung und ärztlicher Aufklärung, die durch Hausärzte oder qualifiziertes ärztliches Personal am Centrum für Lungenkrebsfrüherkennung erfolgen kann, wird die Niedrigdosis-CT-Untersuchung durchgeführt. Diese kann jährlich in Anspruch genommen werden.

„Mit dem Start des Screenings wird ein zentraler Baustein der Sekundärprävention des Lungenkarzinoms implementiert. Ziel ist es, die krankheitsspezifische Mortalität nachhaltig zu senken und gleichzeitig Überdiagnostik durch standardisierte Verfahren zu minimieren“,

ordnet Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln das neue Screening abschließend ein.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit für Patienten unter diesem Link.