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Über 500.000 Euro DFG-Förderung für Sportstudie zu Schizophrenie

„PsyLetics“ prüft wie Training Negativsymptome beeinflussen kann

Priv.-Doz. Dr. Theresa Lichtenstein, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln, hat erfolgreich Fördermittel in Höhe von über 500.000 Euro bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben.

Gefördert wird das interdisziplinäre Forschungsprojekt „PsyLetics“, das neue sportbasierte Behandlungsansätze für Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie und deren neurobiologischen Grundlagen untersucht.

Hintergrund ist die hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Belastung durch psychotische Erkrankungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten in Deutschland auf 4,4 bis 9,2 Milliarden Euro.

Insbesondere die indirekten Kosten sind hoch, da viele Betroffene frühzeitig arbeitsunfähig werden und langfristige Unterstützung benötigen.

Während medikamentöse Therapien vor allem Positivsymptome wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen adressieren, bleiben Negativsymptome häufig bestehen.

Vor diesem Hintergrund untersucht „PsyLetics“ die Wirkung von körperlicher Bewegung als nicht-pharmakologische Intervention. Dabei wird ein speziell entwickeltes hochintensives Trainingsprogramm (HIT) mit einer niedrigintensiven Kontrollintervention auf einer Vibrationsplattentraining verglichen.

Ziel ist es, spezifische Effekte der Trainingsintensität von allgemeinen Effekten zu unterscheiden.

„Insgesamt werden 66 Patientinnen und Patienten mit einer Schizophrenie in die randomisierte Studie eingeschlossen. Die Teilnehmenden absolvieren über einen Zeitraum von acht Wochen entweder ein individuell angepasstes HIT oder ein Training auf Vibrationsplatten in vergleichbaren Gruppensettings“,

erklärt Dr. Lichtenstein.

Vor und nach der Intervention werden umfassende Untersuchungen durchgeführt, um neurobiologische Wirkmechanismen zu verstehen.

Dazu zählen neben psychopathologischen und neuropsychologischen Tests, ausführliche Messungen der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit, Analysen der Körperzusammensetzung sowie bildgebende Verfahren des Gehirns.

Ergänzend werden verschiedene Entzündungs- und Stoffwechselmarker im Blut sowie Parameter des Kynurenin-Stoffwechsels untersucht.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln, der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, den Kliniken I und III für Innere Medizin, dem Institut für medizinische Statistik und Bioinformatik sowie dem Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung durchgeführt. Die Laufzeit beträgt 36 Monate, das Fördervolumen liegt bei über 500.000 Euro.

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