Training in der LUNA-Mondsimulation

Training in der LUNA-Mondsimulation - Besuch des NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR im Mondzentrum LUNA sprachen gemiensam über die Rolle der Raumfahrt. Bild: DLR/ESA

Transfer und Sicherheit im Fokus

Industrietag Raumfahrt bringt Forschung, Wirtschaft und Politik aus NRW zusammen

Die industrielle Wertschöpfung der Raumfahrt ausbauen und neue technologische Kooperationen vorantreiben – das sind die Ziele des Industrietags Raumfahrt Nordrhein-Westfalen.

Die Veranstaltung wird von der Staatskanzlei NRW gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE), AeroSpace.NRW, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA organisiert.

Der Industrietag Raumfahrt NRW bringt Fachleute aus Industrie, Mittelstand, Forschung und Politik auf dem Gelände des DLR und im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) zusammen.

„Dass die Raumfahrt an Bedeutung gewinnt, zeigen die globalen Entwicklungen und die geopolitische Lage. Wir müssen unsere Weltraumkompetenzen weiter ausbauen. Dafür bedarf es der konsequenten Nutzung der Forschung und Entwicklung in der Raumfahrt. Beides trägt zur Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes NRW bei. Das DLR leistet seinen Beitrag – als Kompetenzzentrum in NRW für Luft- und Raumfahrt. Gemeinsam mit unseren öffentlichen Stakeholdern, zu denen insbesondere auch das Land NRW gehört, und den starken Partnern vor Ort, wie ESA, Bundeswehr und Flughafen Köln-Bonn, wollen wir den Standort zum SPACEHUB COLOGNE stetig ausbauen“,

sagt Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR.

„Raumfahrt ist längst mehr als Forschung und Exploration. Sie ist ein Industriethema und ein Schlüsselbereich für Europas Handlungsfähigkeit. Denn die Zeitenwende gilt auch im All. Verlässliche Satellitenkommunikation, präzise Navigation und hochauflösende Erdbeobachtung sind Grundlage für moderne Wirtschaftspolitik, wirksamen Katastrophenschutz und funktionierende Verteidigung. Europa muss bei diesen strategischen Fähigkeiten noch unabhängiger werden. Nordrhein-Westfalen ist das industrielle Herz Europas – und genau das macht unser Land zum idealen Raumfahrtstandort. Raumfahrt entsteht heute an den Schnittstellen zu Maschinenbau, Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien. Genau hier haben wir besondere Stärken. Mit dem GOVSATCOM-Hub in Köln wird Nordrhein-Westfalen zu einem zentralen Knotenpunkt für sichere Satellitenkommunikation in ganz Europa. Das ist ein starkes Signal für Europas Unabhängigkeit und eine große Chance für unsere Industrie, unseren Mittelstand und unsere Arbeitsplätze. Nordrhein-Westfalen hat sich auf den Weg gemacht – von der Kohle zur KI und in den Orbit. Wir werden diese Entwicklung mitgestalten“,

sagt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

„Raumfahrt ist heute Industrie-, Sicherheits- und Resilienzpolitik zugleich. Nordrhein-Westfalen bringt dafür die besten Voraussetzungen mit: eine starke industrielle Basis, exzellente Forschung und Unternehmen mit Schlüsselkompetenzen in Zukunftstechnologien. Mit dem GOVSATCOM-Hub übernehmen wir Verantwortung für Europas technologische und sicherheitspolitische Souveränität – konkret, hier in Köln. Der Industrietag Raumfahrt ist genau das richtige Format, um diese Stärken zusammenzubringen und gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen“,

sagt Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie.

„Nordrhein-Westfalen hat sich als ein bedeutender Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland etabliert, und wir bei der ESA sind stolz darauf, diese Exzellenz zu unterstützen. Mit dem Europäischen Astronautenzentrum, Heimat und Trainingsstätte unserer europäischen Astronautinnen und Astronauten, das in den kommenden Jahren wachsen wird, sowie mit der LUNA-Analoganlage, die gemeinsam von ESA und DLR betrieben wird, profitiert Köln von einer einzigartigen Expertise“,

sagt Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für astronautische und robotische Exploration.

Schlüsselprojekt für die sichere Satellitenkommunikation

Der SPACEHUB COLOGNE steht im Zusammenhang mit der Entscheidung der EU-Kommission, einen GOVSATCOM-Hub in Köln aufzubauen. Dieser soll eine hochsichere Kommunikationsinfrastruktur schaffen, die Europas Autonomie in sicherheitskritischen Anwendungen stärkt. Der Spatenstich für den Bau des GOVSATCOM-Hub auf dem DLR-Gelände ist für Juni 2026 geplant.

Mit dem GOVSATCOM-Hub in Köln entsteht derzeit ein Schlüsselprojekt für die sichere Satellitenkommunikation in Europa, das vom Land mit bis zu 50 Millionen Euro unterstützt wird.

Dieser Hub stellt einen zentralen Baustein für das europäische IRIS²-Programm und die digitale Souveränität dar. Der GOVSATCOM-Hub war auch ein Thema beim Industrietag Raumfahrt in verschiedenen Vorträgen und Fachsessions.

Start-ups stellen sich vor

Weitere Schwerpunkte waren zum Beispiel die Chancen und Hürden für Mittelstand und Start-ups sowie künstliche Intelligenz (KI) und Erdbeobachtung. In einem Innovationsforum konnten sich ausgewählte Start-ups vorstellen und mit anderen Teilnehmenden vernetzen.

Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, nahm an einer Diskussion zum Technologietransfer teil. Prof. Karsten Lemmer, verantwortlich für das DLR-Vorstandsressort Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen, sprach über New Space. New Space beschreibt den Wandel in der Raumfahrt unter anderem zu mehr privatwirtschaftlichen Akteuren.

Weitere Meldungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt unter diesem Link.