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Straße und Schiene

Zukünftige Mobilität mit Wasserstoff

Anfang Juli 2021 hat der Nationale Wasserstoffrat einen „Wasserstoff Aktionsplan Deutschland 2021-2025“ veröffentlicht. Der Aktionsplan schätzt unter anderem ab, welche Mengen an Wasserstoff in den Sektoren Mobilität, Wärme und Industrie bis 2050 benötigt werden. […]

Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer, Vorstand für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat. Das Gremium hat im April 2021 bereits eine Stellungnahme zu „Wasserstoff für die Luftfahrt in Deutschland“ unter Mitwirkung des DLR veröffentlicht.

Im Interview beschreibt Karsten Lemmer, wo der Einsatz von Wasserstoff im bodengebundenen Verkehr – also auf Straße und Schiene – sinnvoll ist. Basis dafür sind die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des DLR im Bereich Wasserstoff und Wasserstoffanwendungen.

Neben der Batterie gibt es im Straßenverkehr auch die Möglichkeit, Fahrzeuge mit Wasserstoff oder strombasierten Kraftstoffen – sogenannten E-Fuels – zu betreiben. Wie werden sich diese Antriebsarten in Zukunft verteilen?

Die europäischen Ziele zur Emissionsminderung im Verkehr sind sehr ambitioniert. Deshalb sollten wir alle Technologiepfade verfolgen, die zum Ziel führen können. Wir können es uns nicht leisten, nur einen Technologiepfad zu verfolgen. […]

Egal um welche Antriebsform es sich handelt, wir sind immer Teil eines globalen Wirtschaftssystems. Ohne Importe werden wir es nicht schaffen, genügend Energie für den deutschen Verkehr bereitzustellen. Deshalb untersuchen wir im DLR einen globalen, nachhaltigen Transitionspfad. […]

Auch heute ist unsere Energie- und Kraftstoffversorgung schon global aufgestellt. Wie wird es möglich, mehr „grünen“ Wasserstoff zu produzieren und verfügbar zu machen?

Der Bedarf an „grünem Wasserstoff“ wird insgesamt steigen, um zum Beispiel die Industrie – wie etwa die Strahlproduktion oder die Herstellung von Düngemitteln – auf CO₂-neutrale Prozesse umzustellen. Außerdem kann er als guter Speicher erneuerbarer Energie für das Stromnetz dienen. Diese Entwicklung wird unabhängig vom Einsatz von Wasserstoff im Transportsektor sein. […]

Um die Produktion von „grünem“ Wasserstoff entsprechend hochzufahren, müssen mehrere Entwicklungen parallel angeschoben werden: Erstens, ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung mittels Fotovoltaik, konzentrierter Solarenergie und Windkraft. Zweitens, mehr Pilotanlagen für das Up-Scaling von Wasserstoff-Produktionsanlagen. Zunächst wird das hauptsächlich die Elektrolyse sein. Später werden weitere Technologie dazukommen: zum Beispiel solar-thermochemische oder foto-elektrochemische Ansätze, die momentan noch in der Entwicklung sind. […]

Vollständige Quelle: DLR