© Cranfield University / DLR

Rückkehr der Überschall-Flugzeuge

Leiser und schadstoffärmer

Fast zwei Jahrzehnte nach dem letzten Flug der Concorde könnten bald wieder Überschall-Verkehrsflugzeuge unterwegs sein. Mehrere Hersteller kündigen einen Start der kommerziellen supersonischen Flugzeuge für die nächsten Jahre an.

Deswegen untersucht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), unter anderem aus Köln, gemeinsam mit internationalen Partnern die Umweltwirkungen einer zukünftigen Flotte von Überschallflugzeugen. Ziel ist es, sowohl die Lärmemission als auch die Klimawirkung dieser Flugzeuge zu bewerten. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die umweltschädlichen Effekte der Fluggeräte zu reduzieren. […]

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwerfen und analysieren zunächst im Computer zwei unterschiedliche Überschall-Flugzeugklassen: Business-Jets für etwa zehn Passagiere und Linienflugzeuge für bis zu 100 Passagiere. Die Linienflugzeuge haben damit ungefähr die Kapazität der Concorde. Die Business-Jets können im Reiseflug Schallgeschwindigkeiten (Machzahlen) von 1,4 bis 1,6 erreichen. Ab einer Machzahl über 1 beginnt der Überschallbereich. In Reiseflughöhe muss ein Flugzeug dazu rund 1000 km/h schnell sein.

Die aktuell schnellsten Business-Jets sind mit einer Machzahl von 0,9 unterwegs. Die geplanten supersonischen Linienflugzeuge sollen im Reiseflug sogar Machzahlen zwischen 1,8 und 2,2 erreichen. Sie wären damit mehr als doppelt so schnell wie die derzeitigen Linienflugzeuge. […]

Derzeit gehen die Projektpartner davon aus, dass die ersten neuen Überschall-Flugzeuge wegen der Knall-Problematik nicht mit Überschall-Geschwindigkeit über Land fliegen werden, sondern nur über Wasser. Der Überschallknall wird ausführlich im EU-Projekt MOREandLESS analysiert, an dem das DLR ebenfalls beteiligt ist. Hier ermitteln die Wissenschaftler, wie sich unterschiedliche Flugzeugformen auf die Lautstärke des Knalls auswirken.

Vollständige Quelle: DLR