© pixabay | fotosforyou rk

Pyrolyse

Alternatives Verwertungsverfahren

Rund 80 Millionen Fahrräder gibt es in Deutschland, damit werden jedes Jahr zahlreiche Fahrradreifen durch Verschleiß unbrauchbar und müssen entsorgt werden. Bis heute landen die allermeisten Fahrrad-Altreifen in Müllverbrennungsanlagen, dabei entsteht zwar einmalig nutzbare Energie, aber die verbleibenden Rohstoffe werden in Form von Verbrennungsasche deponiert und sind somit nicht weiter nutzbar. Pyrolyse als alternatives Verwertungsverfahren bietet dagegen viele Vorteile: Durch die Hitzebehandlung unter Luftausschluss entstehen verwertbares Gas, Öl und Koks.

Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger, die Leiterin des Labors für Werkstoffe am Campus Gummersbach der TH Köln, erforscht mit Kooperationspartnern aus der Industrie, wie man das Pyrolyse-Verfahren für die Verwertung von Fahrradreifen optimieren kann. […]

In der Pyrolyse-Anlage werden die Altreifen bei Temperaturen zwischen 550 und 750 Grad unter Sauerstoffabschluss thermisch behandelt, als Produkte entstehen Pyrolysegas, Pyrolyseöl und Pyrolysekoks. Dabei ist das Verfahren besonders umweltschonend: das Pyrolysegas wird in zwei Blockheizkraftwerken mit je 250kW elektrischer Leistung verstromt und zum Betrieb der Anlage genutzt. Die Anlage lässt sich damit vollkommen energieautark betreiben. Das zweite Pyrolyseprodukt ist ein hochwertiges Öl, das durch Kondensation des Pyrolysedampfes gewonnen wird. Es lässt sich zu wertvollen Feinchemikalien für die chemische Industrie weiterverarbeiten.

Der Pyrolysekoks schließlich kann als sogenannter Recycling-Ruß (recovered Carbon Black) fossil hergestellten Industrieruß nachhaltig ersetzen und soll im Rahmen des Kooperationsprojektes für die Herstellung neuer Schwalbe-Produkte (Fahrradreifen) eingesetzt werden. Ziel ist es insgesamt, so Prof. Dr. Katrakova-Krüger, „ein innovatives Verwertungskonzept für Fahrrad-Altreifen im Sinne einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.“

Vollständige Quelle: TH Köln