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Professor Dr. Thomas Strohmer

Renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der KI

Bei erfolgreichem Abschluss der Berufungsverhandlungen kann die Universität zu Köln mit Professor Dr. Thomas Strohmer einen renommierten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz gewinnen, der für den höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands ausgewählt wurde. […]

Professor Dr. Thomas Strohmer ist Theoretiker mit starker Anbindung an die Praxis. Er entwickelt unter anderem Methoden zur Daten-Synthese, um damit Fortschritte im Bereich der personalisierten Medizin zu erreichen, ohne den Datenschutz zu gefährden. Strohmer wurde 1984 nach dem Studium der Mathematik an der Universität Wien promoviert. 1997 wechselte der gebürtige Österreicher in die USA und forschte als Postdoc an der Stanford University. 1998 wurde er Assistant Professor an der University of California, Davis, wo er seit 2004 als Full Professor für Mathematik tätig ist. An der Universität zu Köln würde er an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät am Department Mathematik/Informatik tätig sein und den zentralen Lehrstuhl für Datenwissenschaften und Künstliche Intelligenz in der Informatik leiten.

Die Intensivstation eines Krankenhauses ist nicht der Ort, an dem man vermuten würde, einen hochkarätigen Mathematiker bei der Arbeit zu sehen. Doch dort fallen viele verschiedene Daten an, von Röntgenbildern über Laborwerte bis zu handschriftlichen Notizen, und es werden auf Daten basierende Therapie-Entscheidungen getroffen. Die Qualität dieser Entscheidungen durch Künstliche Intelligenz zu verbessern, könnte gleichzeitig Therapieerfolge erhöhen und Kosten senken. Datenwissenschaftler:innen stehen dabei jedoch vor großen Herausforderungen: Dazu gehört, die vielen verschiedenen (im Fachjargon: multi-modalen) Datenquellen auswertbar zu machen und darüber hinaus die Daten von vielen Patient:innen, idealerweise über mehrere Kliniken hinweg, zusammenzuführen, sodass eine ausreichend große Datenbasis entsteht. Letzteres wird durch den erforderlichen Schutz der hochsensiblen Patientendaten erschwert.

Thomas Strohmers bevorzugte Lösung für dieses Problem ist, nicht den tatsächlichen Datensatz zu verwenden, sondern einen synthetischen Datensatz, erstellt von einer Künstlichen Intelligenz (KI), der dem echten Datensatz sehr ähnlich ist. So wie Künstliche Intelligenz etwa fiktive, aber echt aussehende Gesichter generieren kann, kann sie auch Datensätze erzeugen, die nah an der Realität sind. Thomas Strohmer hat ein statistisches Grundgerüst entwickelt, um mathematisch gesichert zu gewährleisten, dass die synthetischen Daten keine zu großen Abweichungen haben und trotzdem keine Rückschlüsse auf die ursprünglichen Daten zulassen. Daraus abgeleitete Algorithmen lassen sich in der personalisierten Medizin genauso einsetzen wie in der Demografie und vielen anderen Data-Science-Disziplinen. Darüber hinaus würde Thomas Strohmer in Köln als Leiter des geplanten Cologne Center for Artificial Intelligence (CCAI) auch an KI-gestützten Vorhersagen von Extremwetterereignissen und der Erschließung von Quantencomputern für die KI arbeiten.

Vollständige Quelle: Universität zu Köln