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Bild: gehapromo, stock.adobe
Neue Hoffnung bei kleinzelligem Lungenkrebs:
Weiterentwicklung der CAR-T-Zelltherapie
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln hat wichtige Fortschritte im Kampf gegen eine besonders aggressive Form von Lungenkrebs erzielt: den kleinzelligen Lungenkrebs (Small Cell Lung Cancer, SCLC).
Diese Krebsart wächst sehr schnell und ist schwer zu behandeln. Ein Grund dafür ist, dass sich die Tumorzellen dem Immunsystem teilweise entziehen können. Normalerweise erkennen Abwehrzellen Krebszellen über bestimmte Oberflächenstrukturen. Beim kleinzelligen Lungenkrebs werden diese Strukturen jedoch oft reduziert, sodass die Krebszellen schlechter erkannt werden.
Hier setzt die sogenannte CAR-T-Zelltherapie an. Dabei werden körpereigene Immunzellen im Labor so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und angreifen können, auch wenn diese sich vor dem Immunsystem verstecken.
Im Mittelpunkt der aktuellen Forschung steht eine bestimmte Zielstruktur auf den Tumorzellen mit dem Namen B7-H3. Zusätzlich haben die Forschenden die Immunzellen so verändert, dass ein Faktor namens c-JUN in ihnen aktiv ist. Dadurch bleiben die Zellen länger leistungsfähig und können Tumorzellen effektiver bekämpfen.
Die zugrunde liegende Studie zeigt, dass diese verbesserten CAR-T-Zellen besonders stark auf die Tumorzellen reagieren. Sie setzen mehr Botenstoffe frei, die die Immunabwehr unterstützen, und verlieren ihre Wirkung deutlich langsamer als bisherige Ansätze. Das ist ein wichtiger Fortschritt, weil CAR-T-Zelltherapien bei soliden Tumoren bislang oft daran scheitern, dass die Immunzellen zu schnell erschöpfen.
Ein weiterer wichtiger Schritt betrifft die Herstellung der Therapie. Die Forschenden konnten zeigen, dass sich die CAR-T-Zellen ohne den Einsatz von Viren herstellen lassen. Dieses Verfahren gilt als sicherer und kann kostengünstiger sowie in größerem Maßstab umgesetzt werden.
Zudem wurde nachgewiesen, dass die Produktion unter strengen klinischen Qualitätsstandards möglich ist, was eine Voraussetzung für den späteren Einsatz bei Patientinnen und Patienten darstellt.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde das Projekt FOCuS initiiert. Unter der Konsortialführung von Dr. Hyatt Balke-Want arbeiten das T Cell and Genome Engineering Lab an der Uniklinik Köln, die Lung Cancer Group Cologne (Dr. Felix John, Assistenzarzt an der Klinik 1 für Innere Medizin der Uniklinik Köln) sowie das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie gemeinsam daran, die nicht-virale CAR-T-Zellplattform weiterzuentwickeln und in Richtung klinischer Anwendung zu überführen.
Das Vorhaben wird mit über zwei Millionen Euro im Rahmen des Innovationswettbewerbs Gesünder.IN.NRW durch das Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln der Europäischen Union finanziert. Ziel ist es, die Technologie im GMP-Umfeld zu etablieren und perspektivisch an der Uniklinik Köln für erste klinische Studien einzusetzen.
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