Sensing Loss_Undemonise

Sensing Loss | Rautenstrauch-Joest-Museum, Universität zu Köln

Do. 05.11.2026

Vortrag: „Undemonise!“ Verlust und Wiederaneignung spiritueller Artefakte der Eʋe in Ghana und Togo

Im Rahmen von Kolonisierung und Missionierung an der Goldküste und in Togo gelangten spirituelle Artefakte der Eʋe über verschiedene Wege in deutsche ethnologische Museen.

Der Missionar der Norddeutschen Mission Carl Spiess predigte nicht nur gegen das sogenannte “Heidentum” sondern sammelte viele damit verbundene Artefakte, die als Evidenz von “Götzendienst” und “Zauberei” nach Bremen kamen und sich seit mehr als 125 Jahren im Depot des Übersee-Museums befinden.

Ausgangspunkt für den Vortrag von Birgit Meyer ist die Arbeit des Legba-Dzoka Projekts, das die Herkunft und Zukunft dieser Sammlung durch Arbeit im Depot, Archiv und Feldforschung in Ghana und Togo untersucht.

Für Menschen in Ghana und Togo eröffnet die Auseinandersetzung mit den sensiblen und affektiv geladenen Dzoka, Legba und Aklama in der “Sammlung Spiess” neue Perspektiven auf diese aus christlicher Sicht nach wie vor angstbesetzten Artefakte.

Angst vor den Artefakten transformiert in Respekt gegenüber einheimischer Spiritualität. Entdämonisierung bietet einen anderen Blick auf den missionarischen Bildersturm. So entsteht die Möglichkeit, wieder zusammenzutragen, was verloren ging und sich mit diesem Verlust inhaltlich und emotional auseinanderzusetzen.

Birgit Meyer (Ph.D. Anthropologie 1995) ist Professorin für Religionswissenschaft an der Universität Utrecht. Als Kulturanthropologin untersucht sie Religion aus einer materiellen und postkolonialen Perspektive. Sie leitet das Forschungsprogramm „Religious Matters in an Entangled World“ (www.religiousmatters.nl) und koordiniert das multi-disziplinäre und transregionale „Legba-Dzoka“ – Forschungsprojekt: 🔗 „Legba-Dzoka“

Die Diskussionsreihe „Sensing Loss“ bringt ethnologische Forschungen aus der Universität ins Museum und fragt, wie Menschen Verlust begegnen. Die Vorträge beschäftigen sich dabei mit unterschiedlichen Formen der Trauer, der Nostalgie, der Erinnerungsarbeit und des gemeinsamen Aufbruchs.

17.09. bis 03.12.2026 · jeden Donnerstag ab 16:30 Uhr

Das gesamte Programm finden Sie unter diesem Link.
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Wann

05.11.2026
16:30 – 17:30 Uhr

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Wo

Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln

Kosten

5,50 / 7 / 11 €

Anmeldung

Nicht notwendig

Veranstalter

Institut für Ethnologie & Sonderforschungsbereich Medien der Kooperation der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum