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Krisenkommunikation in Kommunen

Nachbericht: Wissenschaft in Kölner Häusern

Mit dem Titel „Krisenkommunikation in Kommunen” hat in der Reihe der „Wissenschaft in Kölner Häusern” am 18. Mai 2022 auch ein Thema von aktueller politischer Brisanz Aufnahme gefunden. Herr Thomas Stiemer (Köln Business) führte zunächst in den Abend ein. Für die HSPV NRW berichtete Prof. Dr. Henrique Ricardo Otten in seinem Vortrag von den Ergebnissen eines Forschungsprojektes zur kommunalen Krisenkommunikation in der Corona-Pandemie, das er gemeinsam mit dem Kollegen Prof. Dr. Malte Schophaus durchgeführt hat.

Der Referent ging dabei zunächst auf die öffentliche Kritik an der Krisenkommunikation in der Corona – Pandemie ein. Studien zeigten, dass es in Deutschland vielen Menschen schwerfalle, sich im Gesundheitssystem zu orientieren. Dies sei insbesondere in der Corona-Pandemie deutlich geworden. Die durchgeführte Studie richtete die Aufmerksamkeit speziell auf die kommunale Ebene. Welche Ziele haben die Kommunen in der Corona-Pandemie mit ihrer Kommunikation verfolgt? Wie haben sie die Kommunikation organisiert? Inwiefern wurden neue Wege beschritten und was haben die Kommunen aus den Erfahrungen der Pandemiezeit gelernt? Der Referent stellte dabei das hohe Engagement von Kommunikationsverantwortlichen in den Kommunen heraus, sowie deren Bereitschaft und Fähigkeit, eine Vielfalt medialer Möglichkeiten kreativ zu nutzen. Ein großes
Problem sei die Abstimmung der Kommunikation auf den verschiedenen Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen gewesen. Für die Kommune biete sich in der Krise aber auch die Chance, sich als Garant zuverlässiger und gesicherter Informationen darzustellen. Weiterentwicklungen neuer partizipativer Formate habe die Krisensituation der Pandemie jedoch kaum angeregt.

Dem Vortrag folgte zunächst eine Diskussion mit Frau Renate Steinberg, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Köln, die zuvor bereits als Teilnehmerin an einer Befragung im Rahmen des Forschungsprojektes eingebunden gewesen war. Es entstand eine Atmosphäre, die eher einem Gespräch glich, das sich unter der Moderation von Prof. Dr. Heike Pohl, ebenfalls HSPV NRW, nach und nach mit Redebeiträgen der sehr fachkundigen Zuhörerschaft erweiterte. Aufgeworfen und bewegt wurden Fragen nach Klarheit und Sicherheit sowie zugleich einer Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und ggf. nach und nach neue, bessere Erkenntnisse für die Krisenkommunikation der Kommunen.