Prof. Dr. E. Kalbe, Prof. Dr. S. Köpke © Michael Wodak

Kognitive Stimulation bei täglichen Abläufen

Forschung zur Pflege von Menschen mit Demenz gefördert

Für die Therapie von Menschen mit Demenz empfehlen aktuelle Leitlinien zur Stabilisierung der geistigen Fähigkeiten und zur Verbesserung der Kommunikation eine kognitive Stimulation mittels Übungen, Spielen und Gesprächsrunden in Kleingruppen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner in der stationären Langzeitversorgung erhalten eine solche Therapie bislang jedoch nicht, vor allem, weil sie recht aufwändig und zeitintensiv ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Psychologie und der Pflegewissenschaft an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät wollen daher nun in einem neuen Forschungsprojekt gemeinsam mit verschiedenen Partnern erstmals einen „24-Stunden-Ansatz“ für eine fortlaufende kognitive Stimulation in den täglichen Kontakten und Abläufen zwischen Menschen mit Demenz und Pflegenden entwickeln. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz hat das Projekt aus über 20 Einreichungen ausgewählt und fördert es mit rund 140.000 Euro für anderthalb Jahre.

Das Projekt mit dem Titel „Kognitive Stimulation in der stationären Langzeitpflege: Entwicklung und Pilotierung eines 24-Stunden Ansatzes im Rahmen einer Mixed-Methods-Studie“ basiert auf der Idee, die notwendige kognitive Stimulation einfacher umsetzbar zu machen, indem sie in die bestehenden täglichen Abläufe integriert wird – beispielsweise bei der Körperpflege oder den Mahlzeiten. „Das Pflegepersonal soll geschult werden in den Alltagssituationen verschiedene kognitive Anregungen zu geben, beispielsweise durch Gesprächsimpulse oder den Einsatz von anregenden Materialien sowie Übungen aus der Kasacktasche“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Elke Kalbe, Leiterin der Medizinischen Psychologie. Sie leitet das Projekt gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Sascha Köpke, dem Leiter des Instituts für Pflegewissenschaft.
„Neu an diesem innovativen Projekt ist auch die gemeinsame Entwicklung der Ansätze mit den Zielgruppen – also den Menschen mit Demenz, deren Angehörigen sowie den Pflegenden. So tragen wir den besonderen Bedürfnissen und dem besonderen Setting angemessen Rechnung und wollen eine spätere Einführung in die Pflegepraxis sicherstellen“, ergänzt Prof. Köpke.

Vollständige Quelle: Uniklinik Köln