© Schnetzer

Hinter den Kulissen: Prof. Schnetzer

Forschende aus Köln stellen sich vor

Kurzinterview mit Prof. Dr. Uwe Schnetzer von der International Business School (CBS)

Herr Schnetzer, Sie untersuchen in Ihrer Studie, wie man die Digitalisierung zukünftig so gestalten kann, dass jeder davon profitiert. Was ist Ihre Motivation?
Die erste und zweite Phase der Digitalisierung stand sehr stark im Fokus des technisch Machbaren getreu dem Motto „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden.“ und der damit einhergehenden Nutzbarmachung für Unternehmen. Dabei hat sich allerdings gezeigt, dass jede Technologie nur so gut werden kann, wie wir Menschen sie auch anwenden können. Aktuell sind wir an einem Punkt, an dem die Komplexität und die Anforderungen, neue Technologien zu verstehen, enorm hoch sind. Es tut sich also eine deutlich größere Kluft auf, zwischen den wenigen, die die Technik beherrschen und entwickeln, und den vielen, die sie nutzen.

Welche Lösungsansätze gibt es Ihrer Meinung nach?
Wichtig ist erst einmal zu klären, wie das Miteinander zwischen autonom handelnden Maschinen und Menschen, sowie zwischen Maschine und Maschine und Mensch und Mensch optimiert werden kann. Wie gehen wir als Menschen mit diesen neuen Situationen um? Welche Fähigkeiten brauchen wir? Welche Werte, welche gesellschaftlichen Normen müssen wir anpassen und entwickeln? Wie gestalte ich Tools und Technologien, die sicher und einfach zu nutzen sind? Diesen komplexen Fragestellungen gehe ich nach.

Wie sieht für Sie Digitalisierung in der Zukunft aus? Was wünschen Sie sich für die dritte Phase der Digitalisierung?
Ich wünsche mir eine technologische Umgebung, die sich konsequent an der Unterstützung des Menschseins orientiert. Aus meiner Sicht zeichnen uns als Spezies im Besonderen die drei Fähigkeiten Kreativität, Empathie und Kollaborationsfähigkeit aus. In einer digitalisierten Welt, die uns darin unterstützt, diese Fähigkeiten in unseren Unternehmen, sozialen Umfeldern und gesamtgesellschaftlich einzusetzen, sehe ich großes Potenzial für eine bessere, weil menschlichere Zukunft. Dafür wünsche ich mir mehr Menschen, die sich an dieser Entwicklung beteiligen, um die Vielfalt unserer Werte in der zukünftigen Entwicklung einfließen zu lassen.

ZUR PERSON
Dr. Uwe Schnetzer ist Professor für Marketing und Strategisches Management an der CBS International Business School in Köln. Mit mehr als 15 Jahren Berufserfahrung in Markenführung, Marktforschung und digitaler Transformation, konzentriert sich seine Forschung nun auf die menschzentrierte digitale Transformation: Wie können Organisationen und Einzelpersonen gleichermaßen von den Chancen der Digitalisierung profitieren?