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Bild: Nina, stock.adobe.com (generiert mit KI)

Evakuierung im Ernstfall

Wie vorbereitet ist die deutsche Bevölkerung?

Die große Mehrheit würde im Ernstfall behördlichen Anordnungen folgen – auf eine Evakuierung sind jedoch nur wenige konkret vorbereitet. Das zeigt eine repräsentative forsa-Befragung im Auftrag der FOM Hochschule. Prof. Dr. Henning G. Goersch, Experte für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz an der FOM, ordnet die Ergebnisse ein.

Waldbrände, Hochwasser und neue Konflikte: Gefahrenlagen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Gleichzeitig ist auch die zivile Verteidigung angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage wieder stärker in den Fokus gerückt.

Was aber passiert, wenn Behörden im Ernstfall konkrete Anweisungen geben? Würden die Menschen ihnen folgen und wären sie darauf vorbereitet? Die FOM Hochschule hat diese Fragen anhand eines militärischen Angriffsszenarios in einer repräsentativen Befragung untersuchen lassen.

Mehrheit würde Anordnungen umsetzen

Je nach Gefahrenlage können Behörden dazu auffordern, Schutz im eigenen Zuhause zu suchen oder das Gebäude zu verlassen. 82 Prozent der Befragten würden einer Anordnung folgen, zu Hause zu bleiben. 76 Prozent wären bereit, ihr Zuhause auf Anordnung zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede: Neun von zehn der 18- bis 29-Jährigen würden einer Evakuierungsanordnung folgen, bei den Menschen ab 60 Jahren sind es nur rund zwei Drittel. Auch zwischen Stadt und Land gibt es Unterschiede: In Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern wären knapp zwei Drittel zur Evakuierung bereit, in Großstädten ab 500.000 Einwohnern dagegen fast neun von zehn.

„Die insgesamt hohe Evakuierungsbereitschaft ist ermutigend. Gleichzeitig zeigen die Unterschiede nach Alter und Wohnort, dass Einsatz- und Evakuierungsplanung nicht von einer einheitlichen Bevölkerung ausgehen darf“,

sagt Prof. Dr. Henning G. Goersch, Professor für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz an der FOM Hochschule.

Nur 15 Prozent haben Notgepäck

Deutlich geringer ist die konkrete Vorsorge: Nur 15 Prozent haben einen Notfallrucksack vorbereitet, den sie bei einer Evakuierung schnell mitnehmen könnten.

„Zwischen Handlungsbereitschaft und tatsächlicher Vorbereitung klafft eine deutliche Lücke“,

so Goersch.

„Genau hier sollte die Kommunikation zur persönlichen Notfallvorsorge ansetzen.“

Informationen zur Untersuchung

Repräsentative telefonische Befragung (CATI) im Auftrag der FOM Hochschule durch forsa Sozialforschung im Juli 2026. Befragte Personen: 1.005. Alle Angaben in Prozent.

Zur Person

Prof. Dr. Henning G. Goersch ist Professor für Gefahrenabwehr und Bevölkerungsschutz an der FOM Hochschule und leitet die Forschungsgruppe Gefahrenabwehr. Zudem verantwortet er die Studiengänge „Management in der Gefahrenabwehr“ (B.Sc.) und „Krisenmanagement in Gefahrenabwehr & Bevölkerungsschutz“ (M.Sc.).