
Instrument-Buch-Apian
Bild: Peter Apianus, Instrument-Buch
Di. 28.04.2026
DLR-Astroseminar | Photometrische Messmethoden und -techniken in der Astronomie
Zum 31. Mal findet im Zeitraum vom 14. April bis 19. Mai 2026 das DRL-Astroseminar statt. Sechs Beiträge geben einen Einblick in das faszinierende Thema „Astronomische Beobachtungskunst – wie Messtechniken Weltbilder prägen“. An den kostenfreien Seminarvorträgen können Sie vor Ort im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Köln-Porz sowie per Stream teilnehmen. Die Reihe beginnt mit dem folgenden Thema.
Photometrische Messmethoden und -techniken in der Astronomie
Die Geschichte der Helligkeitsmessung begann bereits in der Antike mit Hipparch. Argelander führte 1842 die Stufenschätzmethode ein. Die Visuelle Photometrie ist eine von drei Teilgebieten der um 1860
entstehenden Astrophysik. Das Highlight bzgl. Genauigkeit war Zöllners Astrophotometer. Mit der Er-
findung der Gelatine-Trockenplatte konnten objektive Methoden bei der Helligkeitsmessung ange-
wendet werden. Am bekanntesten unter den vielen Durchmusterungen ist die internationale Kooperation
im „Carte du ciel“-Projekt mit Standard-Astrographen. In diesem Zusammenhang begründete Karl
Schwarzschild in Wien und Göttingen 1900 die Photographische Photometrie. Die Erfindung des
Schmidtspiegels 1930 ermöglichte eine viel schnellere Durchmusterung des ganzen Himmels mit den
Helligkeiten. Besonders wichtig war die photographische Methode zur Entdeckung und Analyse von
Veränderlichen Sternen oder zum Auffinden von Planetoiden. Der dritte Schritt war die Photoelektrische
Photometrie, die nicht nur am Teleskop, sondern auch im Labor zur Ausmessung der Fotoplatten ein-
gesetzt wurde.
1974 begann mit der digitalen Bildgebung eine Revolution: Die CCD-Sensoren setzten sich ab den
1980er Jahren durch, verkürzten die Belichtungszeiten enorm und ermöglichten die Erfassung viel
schwächerer Objekte. Megapixel-Sensoren zeichnen sich durch hohe Empfindlichkeit und großes Sicht-
feld aus, sie sind die größten astronomischen Kameras der Welt. Da Sensoren keine Farben erkennen
können, müssen mehrere SW-Bilder mit Farbfiltern aufgenommen werden; wobei es auch Filterräder für
den infraroten oder ultravioletten Farbbereich gibt. Die Helligkeitsmessung liefert nicht nur Informa-
tionen über astronomische Objekte, sondern ist von großer Bedeutung für die Entfernungsbestimmung
im Kosmos.
Über den Referenten
Prof. Dr. Alexander Krivov, Jahrgang 1962, studierte auf Diplom Astronomie an der Universität Sankt-Petersburg und war dort von 1983 bis 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschuldozent am Lehrstuhl für Himmelsmechanik tätig. Im Jahr 1988 promovierte er im Bereich Relativistische Himmelsmechanik und Astrometrie.
Nach einem Forschungsaufenthalt als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat am Max-Planck-Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau nahe Göttingen (1999-2000) arbeitete er von 2000 bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Potsdam. 2002 habilitierte er sich.
Seit 2004 lehrt und forscht er als Professor für Astrophysik an der Universität Jena, wo er eine Arbeitsgruppe für
Theoretische Astrophysik leitet und von 2015 bis 2024 Sprecher der DFG-Forschungsgruppe „Trümmerscheiben in Planetensystemen“ war.
Wann
28.04.2026
15:30 – 17:30 Uhr
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Wo
DLR | Konferenzzentrum, Linder Höhe, 51147 Köln
Kosten
Eintritt frei
Veranstalter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Referierende
Prof. Dr. Alexander Krivov
