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Corona-Mutationen

Überblick über die Ausbreitung schaffen

Per „Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus“ will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Diagnostiklabore jetzt dazu bringen, dass bei mindestens fünf Prozent aller positiven Coronatests auch das Erbgut der entdeckten Viren sequenziert wird. […]

Doch selbst wenn die medizinischen Labore das geforderte Mehr an Sequenzierungen bewältigen und organisieren können – damit allein ist es nicht getan, warnt Alexander Dilthey, Professor für Bioinformatik an der Universität Köln (UzK).

„Wenn wir wirklich einen Überblick über die Mutanten haben wollen, brauchen wir auch Wissenschaftler, die die Daten zu den Virusvarianten interpretieren können und verstehen, wie diese sich ausbreiten.“ […]

Nach Ansicht des Genomikexperten reicht es für die meisten Fragestellungen, wenn nur ein Bruchteil der Virusgenome bei positiven PCR-Tests sequenziert werden. Zwischen ein und fünf Prozent müssten es aber sein, so die Schätzung. „Eine Schwachstelle bei der Untersuchung auf Mutanten ist jedoch die Auswahl der Proben“, erklärt Dilthey. […]

Es müssten drei Bedingungen erfüllt sein: kluge Probenauswahl, mehr Sequenzierung, mehr gezielte Datenanalyse. Erst dann sei es möglich, sich einen Überblick über die Ausbreitung von Mutanten wie der Coronavirus-Variante B117 zu verschaffen. […]

Vollständige Quelle: Tagesspiegel