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Auswirkungen der Südatlantischen Anomalie

Strahlenforschende fliegen nonstop zu den Falkland-Inseln

Mit einem Rekord wurden im Januar Wissenschaftler von Hamburg zu den Falkland-Inseln gebracht: Die Strecke von 13.700 Kilometern war der längste Nonstop-Flug in der Geschichte der Lufthansa. Am 30. März startet nun zum zweiten Mal ein Airbus A350-900 Richtung Mount Pleasant. Diesmal mit an Bord: Eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie werden unterwegs die kosmische Strahlung im geografischen Gebiet der Südatlantischen Anomalie untersuchen.

Die Südatlantische Anomalie (SAA) liegt vor der Küste Brasiliens. Sie entsteht durch eine Verschiebung der Erdmagnetfeld-Achse, die nicht durch den Erdmittelpunkt verläuft. Dadurch reicht der Strahlungsgürtel in der Südatlantikregion besonders nah an die Erde heran. Das führt in diesem Bereich zu erhöhten Strahlungswerten im erdnahen Weltraum – allerdings noch nicht auf einer Reiseflughöhe von etwa 10.000 Metern, wie die bisherigen Messungen ergeben haben. Nun erfolgen diese Untersuchungen erstmals in 13.000 Metern Höhe.

Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln unterstützt Lufthansa beim gesetzlichen Strahlenschutz für das Fliegende Personal schon seit 2001. „Die Exposition aufgrund der kosmischen Strahlung ermitteln wir mit einem Modell, das wir regelmäßig auf Messflügen überprüfen“, erklärt Dr. Matthias M. Meier, Leiter der Arbeitsgruppe Strahlenschutz in der Luftfahrt. Er forscht seit Jahren im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin über die Strahlenexposition auf Reiseflughöhen. „Würden wir jetzt eine signifikante Abweichung von unseren Modellrechnungen beobachten, wäre das eine kleine wissenschaftliche Sensation“, sagt er. {…}

Vollständige Quelle: DLR