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Ankläger der Nürnberger Prozesse

Benjamin Ferencz erhält Ehrendoktorwürde

Professor Ferencz war nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ermittler von Nazi-Kriegsverbrechen und diente als Chefankläger der US-Armee im Einsatzgruppen-Prozess. Später gehörte er zu jenen Wissenschaftlern, die entscheidend zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs beigetragen haben. […]

In seiner Laudatio erinnerte Professor Dr. Stephan Hobe, Inhaber des Lehrstuhls für Völkerrecht, Europarecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht der Universität zu Köln (UzK) an Benjamin Ferencz‘ Karriere als Anwalt für die USA, zunächst als Mitglied des Nürnberger Anklageteams von Telford Taylor, dann als Chefankläger im sogenannten „Einsatzgruppen-Fall“, in dem alle 22 Angeklagten verurteilt wurden. […]

Hobe bezeichnete die Leistung von Ferencz‘ Arbeit als Paradigmenwechsel in der internationalen Politik und im Völkerrecht: dass Aggression, nachdem sie jahrhundertelang den normalen Verlauf der internationalen Politik bestimmt habe, nun strafbar sei. […]

Professor Dr. Benjamin Ferencz, der das 100. Lebensjahr vollendet hat, begrüßte das Publikum in einer vorab aufgezeichneten Botschaft. Donald Ferencz, selbst Jurist, vertrat seinen Vater während der Zeremonie und richtete seine Worte der Anerkennung an das Publikum. Benjamin Ferencz sagte:

„Wir sind heute Nachmittag auf ergreifende Weise an einen wichtigen Übergang erinnert worden – sowohl für die Universität Köln selbst als auch für Deutschland als Nation – von den sehr dunklen Tagen der Diskriminierung und Verfolgung zu wesentlich helleren Tagen der Wahrnehmung einer führenden Rolle bei der Förderung der Herrschaft des Rechts.“

„Die Ehrendoktorwürde aus den Händen derjenigen zu erhalten, die für die Ausbildung der nächsten Generation von Fackelträgern verantwortlich sind, ist eine große Genugtuung.“

Vollständige Quelle: UzK