Thomma Bart © Guy Ackermans

Alexander von Humboldt-Professur 2021

Auszeichnung über fünf Millionen Euro für die Forschung

Die Universität zu Köln hat mit Professor Dr. Bart Thomma die Aussicht auf eine internationale Spitzenkraft im Bereich der Mikrobiologie. Dem niederländischen Forscher wurde mit der Alexander von Humboldt-Professur 2021 der höchstdotierte internationale Forschungspreis Deutschlands verliehen – fünf Millionen Euro stehen Thomma für die ersten fünf Jahre seiner Forschung an der Uni Köln zur Verfügung.

Insgesamt fünf weltweit führende Wissenschaftler erhalten die renommierte Auszeichnung für das Jahr 2021. Sie treten in Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie für den Preis vorgeschlagen haben. Professor Dr. Bart Thomma wird nach Abschluss der Verhandlungen voraussichtlich ab September 2020 am Institut für Pflanzenwissenschaften im Rahmen des Exzellenzclusters für Pflanzenwissenschaften CEPLAS forschen. Seine Professur für Evolutionäre Mikrobiologie wird im Mittelpunkt des Center for Microbial Interactomics stehen, das er am CEPLAS aufbauen wird.

Thommas Forschungsschwerpunkt liegt auf der Interaktion zwischen Boden und Pilzen. Unser Boden ist mehr als dunkle, krümelige Erde. In ihm leben unzählige Mikroorganismen. Wie sie sich entwickeln, vermehren und Pflanzen beeinflussen, ist entscheidend für die Landwirtschaft. Thomma erforscht mikroskopisch kleine Bodenpilze, die Pflanzen als Schädlinge befallen und Krankheiten auslösen. Doch wie können diese Pilze die Abwehrmechanismen der Pflanzen überlisten? Um diese Frage zu beantworten, untersucht Thomma Gene und Proteine der Pilze. Das Ziel: Innovative Strategien gegen solche von Pilzen ausgelösten Pflanzenkrankheiten entwickeln.

Die Evolution des Schlauchpilzes Verticillium dahliae ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Dieser Pilz kann besonders viele Nutzpflanzen von Kartoffeln, Tomaten und

Erdbeeren bis hin zu Obstbäumen und anderen Gehölzen als Schädling befallen. Er unterdrückt ihr Immunsystem und stört die Wasserversorgung in der Pflanze, so dass grüne Blätter fahl und schlaff werden. Außerdem hat der Pilz bei der Vermehrung einen besonderen Mechanismus: Er kann seine Erbanlagen immer wieder neu kombinieren, obwohl er sich asexuell vermehrt.

Professor Dr. Bart Thomma wurde im Jahr 2000 in Biologie an der Universität Leuven in Belgien promoviert, wo er auch als Postdoc tätig war. 2003 wechselte er an die Universität Wageningen, Niederlande. Dort erreichte er herausragende Ergebnisse in Forschung und Lehre und wurde 2006 Assistenz-Professor. 2009 folgte die Berufung auf eine Tenured Associate-Professur. Nach nur weiteren vier Jahren wurde er auf eine Vollprofessur befördert. Im Verlauf seiner Karriere hat Thomma hochrangige niederländische Förderungen erhalten. Internationale Anerkennung zeigt sich unter anderem in der Auszeichnung 2018 durch die British Society for Plant Pathology mit dem RKS Wood Prize für Spitzenleistungen in der Pflanzenpathologie-Forschung.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotiert. Mit ihr werden weltweit führende Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen, die bislang im Ausland tätig waren, ausgezeichnet. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchführen. Die Auszeichnung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. An der Universität zu Köln sind aktuell vier Humboldt-Professoren tätig: der Philosoph Sven Bernecker kam von der University of California, Irvine (2016), der Strukturbiologe Jijie Chai von der Tsinghua University in Peking (2017), der Krebsforscher Henning Walczak vom University College London (2019) und der Physiker Malte Gather von der University of St Andrews (2019), Schottland.

Vollständige Quelle: Uni Köln