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Parallelen des Kraft- und Ausdauertrainings

Dr. Moritz Schumann im Interview

Herr Schumann, Sie forschen auf einem Gebiet, von dem viele Leute glauben, die wichtigsten Fragen seien längst geklärt: den Grundlagen des Kraft- und Ausdauertrainings. Gibt es hier tatsächlich noch Bedarf an neuem Wissen?

Traditionell kursieren in der Praxis viele Theorien, die längst widerlegt sind. Zum Teil verbreiten sich diese über die sozialen Netzwerke und nicht-wissenschaftliche Magazine. Oftmals entstehen daraus dann Dogmen, die nur sehr schwer zur widerrufen sind. Die Grundlagen des Kraft- und Ausdauertrainings an sich sind bereits recht gut erforscht. Die Kombination von Ausdauer- und Krafttraining in einem Trainingsprogramm hingegen rückte erst richtig zur Jahrtausendwende in den Fokus der Sportwissenschaft, wobei gezielte Fragen zum Teil erst in den letzten zwei bis drei Jahren wissenschaftlich beantwortet wurden.

Mit Ihrer Doktorarbeit stellen Sie die alte Behauptung in Frage, Krafttraining sei nutzlos für Ausdauersportler und umgekehrt.

Genaugenommen wurde dies bereits mit ersten Studien in 1999 widerlegt, aber in der Praxis sind diese Erkenntnisse noch längst nicht komplett angekommen. Ausdauer wird allgemein definiert als die Ermüdungswiderstandsfähigkeit gegen eine lang andauernde Belastung. Aus sportwissenschaftlichen Grundprinzipien ist bekannt, dass durch ein gezieltes Maximalkrafttraining die Schwelle für eine muskuläre Ermüdung erhöht wird, wodurch die muskuläre Leistung länger aufrechterhalten werden kann (d.h. Ausdauer). Allerdings wird aus für uns unbekannten Gründen genau dieser Effekt noch immer oft übersehen. Noch deutlicher wird die Bedeutung von gezieltem Krafttraining für eine verbesserte Ausdauerleistungsfähigkeit am Beispiel der Laufsportarten. {…}

Vollständiges Interview der Deutschen Sporthochschule Köln