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Umfrage: Embargo sämtlicher russischer Energie

Gut die Hälfte der Deutschen spricht sich dafür aus

Die Forscher befragten 3251 Deutsche zu ihrer Meinung zu einem vollständigen Energieembargo. Das Ergebnis: 52 Prozent der Befragten stimmten mit „definitiv ja“ oder „eher ja“, während sich 40 Prozent gegen ein Embargo aussprachen. Am höchsten ist die Unterstützung bei den Wähler*innen der Grünen mit fast 80 Prozent, gefolgt von denen der SPD. Die Wählerschaft des Ampelpartners FDP stimmt hingegen nur zu 45 Prozent zu.

Anhand unterschiedlich formulierter Fragen (Framing) untersuchte das Team, von welchen Faktoren die Zustimmung abhängt. Der entscheidendste Faktor: die Meinung der Anderen. Lasen die Teilnehmenden Texte, die nahelegten, dass die Mehrheit der Deutschen ein Embargo ablehnt, stimmten sie selbst auch eher dagegen – und umgekehrt. Außerdem wird die Meinungsbildung davon beeinflusst, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen kommuniziert werden. Bekommen Teilnehmende faktische Informationen, sprechen sich mehr Menschen für ein Embargo aus. „Da die durchschnittliche Zustimmung bei rund 50 Prozent liegt, kann die genaue Formulierung ökonomischer Prognosen öffentliche Mehrheiten verändern“, sagt Bruno Castanho Silva, Forscher des Exzellenzclusters ECONtribute an der Universität zu Köln. Gleichzeitig könne auch die Wortwahl von Politiker*innen die öffentliche Meinung stark beeinflussen. Die Höhe von Energiesubventionen, ein möglicherweise frühzeitiges Kriegsende oder die historische Verantwortung Deutschlands spielen laut Studie keine signifikante Rolle dafür, wie sich die Teilnehmenden entscheiden.

ECONtribute ist der einzige von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Exzellenzcluster in den Wirtschaftswissenschaften, getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel ist es, Märkte besser zu verstehen und Marktversagen in Zeiten sozialer, technologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen – wie zunehmender Ungleichheit, globalen Finanzkrisen und Digitalisierung – mit einer neuen Herangehensweise zu analysieren.

Vollständige Quelle: Universität zu Köln