© pixabay | zuzyusa

Nachhaltiger Algen-Anbau

TH Köln entwickelt einen Home-Bioreaktor

„Das Interesse an Informationen zur Herkunft gekaufter Lebensmittel hat stark zugenommen. Auch der eigene Nahrungsmittelanbau ist gefragt. Eine Form davon ist der Anbau von Pflanzen in Innenräumen, auch Indoor-Farming genannt“, sagt Prof. Dr. Nina Kloster. Sie leitet das GreenING Lab der TH Köln, das sich mit Biosystemen für gebäudetechnische Anwendungen befasst. Ein interdisziplinäres Team des Labors erarbeitet im Vorhaben „NoriFarm“ ein neuartiges Tanksystem für die Kultivierung von schadstofffreien und frischen essbaren Makroalgen.

Das Tischgerät ähnelt einem Aquarium, ermöglicht den heimischen Algenanbau und eignet sich perspektivisch auch für Restaurantbetriebe oder Supermärkte. Der Bioreaktor umfasst einen Tank mit Wasser, das etwa Meeresbedingungen hat. Sensoren überwachen wichtige Eigenschaften des Wassers, wie Nährstoffgehalt und pH-Werte, um die Produktion eines sicheren, hochwertigen Nahrungsmittels zu gewährleisten. Eine App soll die Nutzung erleichtern, indem diese beispielsweise an das Säubern und Ernten erinnert. In die Produktentwicklung fließen Kenntnisse aus der Biologie, den Ingenieurwissenschaften, nachhaltigem Design und Informatik ein.

Ein für den Menschen lebensnotwendiger Nahrungsbestandteil sind Omega-3-Fettsäuren. „Viele denken dabei zuerst an Fisch. Die Omega-3-Fettsäuren in Fischen stammen aus ihrer Nahrung, den Algen, und sammeln sich über die Nahrungskette im Fleisch der Fische an. Die Überfischung der Meere, die antibiotikaintensive Fischzucht sowie lange Transportwege sind allerdings eine große Belastung für die Umwelt. Algen direkt zu essen anstatt den Umweg über den Fisch zu gehen, stellt eine alternative und nachhaltige Omega-3-Quelle dar“, erläutert Kloster.

Die bekanntesten Makroalgen sind Nori- und Wakame, die vor allem in der asiatischen Küche eingesetzt werden. „Sie eignen sich gut zum direkten Verzehr. Die Verfügbarkeit in Deutschland ist abhängig durch die Produktionslage anderer Länder. Die in Salzwasser vorkommenden tropischen Makroalgen können zudem auch mit Schwermetallen oder Pestiziden belastet sein“, so Kloster. […] Die Produktion des fertig entwickelten Geräts soll mit einer Unternehmensgründung verknüpft werden. […]

Vollständige Quelle: TH Köln