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medius-Preis

Erhalten zwei Absolventinnen der TH Köln

Die Masterabsolventinnen Meike Cruz und Jennifer Ackermann von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln wurden mit dem medius-Preis ausgezeichnet. An Cruz ging einer von zwei mit 800 Euro dotierten ersten Plätzen, Ackermann belegte einen von zwei mit 450 Euro dotierten zweiten Plätzen.

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) sowie das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) würdigen mit dem Preis praxisorientierte Abschlussarbeiten, die sich mit innovativen Aspekten aus dem Medienbereich, der Medienpädagogik oder Themen des Jugendmedienschutzes auseinandersetzen.

Für Kinder, die hören, aber nicht oder noch nicht sprechen können, sind einfache Gebärden eine große Hilfe auf dem Weg zur Lautsprache. Bislang fehlte es aber an geeigneten Lernmaterialien. In ihrer Abschlussarbeit entwickelte Meike Cruz deshalb Lernvideos. Vor einem Green Screen las sie berühmte Bilderbücher vor und begleitete das Vorlesen mit Gebärden. Im Hintergrund wurden die Bilder aus den Geschichten eingeblendet. Sie untersuchte außerdem, wie Kinder mit kognitiven und kommunikativen Beeinträchtigungen und ihre Eltern das Lernen von Gebärden mit audiovisuellen Lernangeboten erleben. […]

„Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Frau Cruz zeigt, dass die Kinder trotz teilweise schwerer Behinderung sehr engagiert, und weitgehend mit intensiver Aktivität die erstellten Lernvideos annehmen und sich dabei produktiv mit den zu erlernenden Gebärden auseinandersetzen“, sagt Prof. Dr. Isabel Zorn vom Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der TH Köln. […]

Die Absolventin Jennifer Ackermann aus dem Studiengang Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit dem Widerspruch, dass sich einerseits gerade bei Adressatinnen und Adressaten stationärer Erziehungshilfe ein deutlicher Mehrbedarf in der Förderung von Medienkompetenzen ausmachen lässt, andererseits die Medienerziehung dort häufig ein vernachlässigtes Thema darstellt.

Ackermann befragte bundesweit rund 200 Fachkräfte aus Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe. Gründe, warum der Einsatz digitaler Medien und Möglichkeiten zur Medienbildung in der stationären Erziehungshilfe eingeschränkt sind, werden von den Fachkräften selbst vor allem in der unzureichenden technischen Ausstattung, der fehlenden Zeit, der geringen Medienkompetenz und der teils ablehnenden Haltung gegenüber digitalen Medien gesehen. […]

„Deutlich wird, dass die Verhandlung medienpädagogischer Inhalte in Aus- und Fortbildung es den Fachkräften erleichtert, Medienthemen in die Praxis zu integrieren. Die Arbeit liefert somit wichtige Erkenntnisse für die Fachkräfteausbildung“, so die Jury. […]

Vollständige Quelle: TH Köln