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Do. 27.06.2019
bis Fr. 28.06.2019

Konferenz #gefaelligeWissenschaft

Welche Rolle spielt Wissenschaft in der Gesellschaft? Welche Reaktionen ruft sie hervor und woher kommt die zunehmende Orientierung wissenschaftlicher Projekte am politischen Mainstream? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Konferenz, die die Hamburger Afrikanistin Juniorprofessorin Dr. Raija Kramer und ihre Kölner Kollegin Professorin Dr. Anne Storch gemeinsam konzipiert haben und die nun an der Universität zu Köln veranstaltet wird. Die Konferenz ist öffentlich.

Ausgehend von der Annahme, dass die Wissenschaft schon immer Einfluss auf das politische Geschehen genommen hat, diskutieren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Konferenz über die Notwendigkeit kritischer Intervention und die Freiheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, politisch Stellung zu beziehen und sich in aktuelle Debatten einzumischen. „Das Vertrauen in die Wissenschaft ist zutiefst erschüttert“, sagt Raija Kramer. „Zu oft ist Wissenschaft in Komplizenschaft mit den Mächtigen, zu deren Machterhalt und -zuwachs sie maßgeblich beiträgt. Für eine Kritik der Missstände des Kapitalismus hingegen sieht sie sich nicht zuständig.“

Im zunehmend unübersichtlichen und lautstarken Diskursraum der digitalisierten Gesellschaft erscheint zudem eine rationale Streitkultur abhandengekommen zu sein. Storch und Kramer sehen Forscher und Forscherinnen, die sich in politischen Projekten einmischen und engagieren, durchaus unverhüllter Bedrohung ausgesetzt. Die Skepsis einer rapide wachsenden rechtspopulistischen Strömung erstrecke sich mittlerweile nicht nur auf die sogenannte „Lügenpresse“, sondern auch auf Expertenmeinungen und jedwede Form von Intellektualität. „Manche Akteurinnen und Akteure werden dadurch mundtot gemacht, andere Stimmen bleiben aber dennoch hörbar“, so Storch.

Kritische Stimmen, die aus der Wissenschaft in die Öffentlichkeit dringen, seien auch deswegen rar, weil wissenschaftliche Karrieren heute zu einem großen Teil von der erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln abhängen. Da bei der Forschungsförderung oft Projekte bevorzugt würden, die nicht anecken oder kontrovers sind, könnten kritische Positionen zur Bedrohung für die eigene Karriere werden. Die Anpassung an anschlussfähige Mehrheitsmeinungen nehme daher nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wissenschaft zu.

Die Konferenz wird mit organisiert vom Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln, das 2014 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gegründet wurde. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen die sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Veränderungen in den Ländern des Globalen Südens.

Wann

27.06.2019
bis 28.06.2019
10:00 Uhr

Wo

Universität zu Köln, Alter Senatssaal, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

Kosten

Anmeldung

Veranstalter

Uni Hamburg und GSSC der Uni Köln

Weitere Infos

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