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Wärmedämmung

Neue Messtechnik findet Schwachstellen

Die energetische Sanierung von Altbauten ist angesichts der Klimaschutzziele und des gesteigerten Bedarfs an Wohnraum ein aktuelles Thema. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben ein Messsystem entwickelt, mit dem sich Schwachstellen in der Wärmedämmung leicht und schnell identifizieren lassen. Das erfolgreiche Projekt ist nun ein eigenständiges Unternehmen: Im Februar 2019 wurde die neue DLR-Unternehmensausgründung Lumoview Building Analytics GmbH rechtskräftig gegründet und hat ihren Sitz in Köln.

Die Gründer des Unternehmens, Silvan Siegrist, Arne Tiddens und Prof. Bernhard Hoffschmidt aus dem DLR-Institut für Solarforschung, wollen mit Lumoview das von ihnen entwickelte Innenraummesssystem zur Erfassung und Auswertung von energetischen Gebäudeinformationen vermarkten.

Die Messtechnologie von Lumoview entstand im Rahmen eines vom DLR geförderten Innovationsprojekts. Das Messgerät besteht unter anderem aus einer Kugelpanorama-Kamera und einem neuentwickelten und zum Patent angemeldeten 360-Grad-Infrarotkamerasystem. Eine Software führt die beiden Aufnahmen zu einer Ansicht zusammen, so dass der Anwender ein Panoramabild des Raumes mit einer Darstellung der thermischen Eigenschaften erhält. Anhand der Auswertung der Aufnahmen werden beispielsweise die Wandtemperatur und –feuchtigkeit berechnet.

Aus Sicht des Gründerteams werden anfangs vor allem Energieberatungsfirmen und Energieversorger von den Vorteilen des neuen Messsystems profitieren. Denn im Vergleich zu den bisher gängigen Infrarot-Messsystemen punktet das Lumoview-System mit einer einfacheren Handhabung und einer Ergebnisauswertung innerhalb von wenigen Sekunden. Es ist somit ohne Einarbeitung einsetzbar und liefert sofort nutzbare Ergebnisse. Diese zeigen dem Anwender auf einen Blick, an welchen Stellen die Außenwände am meisten Wärme verlieren oder ob es feuchte Stellen an den Wänden gibt. Die Auswertungen erfolgen durch eine cloudbasierte Software.

Wofür steht der Name des Unternehmens? Dazu erklärt Silvan Siegrist: “Da wir als Firma Klarheit in die Analyse von Gebäuden bringen wollen, passt der Name Lumoview super. Er bildet sich aus einer Abwandlung des lateinischen Worts “lumen” für Licht oder bildlich für Klarheit / klare Einsicht und dem englischen Wort “view” für Sicht, Ansicht.” {…}

Lumoview will die Auswertung im “Analysis-as-a-Service-Modell” anbieten. Konkret bedeutet dies, dass die Kunden das Gerät nicht kaufen müssen, sondern über eine Nutzungsgebühr die Auswertung als Dienstleistung bezahlen. Ab April werden die ersten Pilotkunden das neue Messsystem einsetzen können.

Vollständige Quelle: DLR