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Umfrage: Konflikte während Corona-Krise

Zweite Umfrage soll Mitte Mai folgen

Um die besonderen Herausforderungen in der Corona-Krisenintervention von Führungskräften besser zu verstehen, hat das RIK – Institut für Konfliktforschung und präventive Beratung an der Rheinischen Fachhochschule Köln die Online-Umfrage „Konflikte während der Corona-Krise“ durchgeführt. Positiv kann vermerkt werden, dass mehr kommuniziert und Probleme schneller und konsequenter offen angesprochen werden. Zu den großen Herausforderungen gehört die Filterung und Kommunikation von wesentlichen Informationen zum richtigen Zeitpunkt sowie die Vereinbarung von Kinderbetreuung und Arbeit im Homeoffice.

„Die Umfrage zum Stimmungsbild bestätigt unsere Annahme, dass Häufigkeit, Intensität und auch Emotionalität der Kommunikation zwischen Führungskräften und den Mitarbeitenden deutlich zugenommen haben“, erklärt Dr. Bettina Janssen, Projektleiterin und – gemeinsam mit Prof. Dr. Volker von Courbière und Prof. Dr. Remo Laschet – Mitglied des Direktoriums des RIK. „Veränderungen und Probleme werden offenbar in diesen Zeiten schneller und konsequenter angesprochen.“ Eine bedarfsgerechte Kommunikation, so das Forscherteam weiter, sei durch verstärkt eingesetzte Kommunikationsmittel wie Video- oder Telefonkonferenzen flexibel und kurzfristig praktiziert worden.

Die Umfrage ergab auch, dass eine der größten Herausforderung die richtige Filterung von relevanten Informationen im zeitlich passenden Moment gesehen wird. Das Wichtige zum richtigen Zeitpunkt zu kommunizieren wird als schwierig angesehen, wenn die Validität einer Information manchmal nur wenige Stunden besteht.

Wesentliche Aussagen zu Konflikten während der Corona-Krise:

  • Das vor der Corona-Krise praktizierte Krisen- und Konfliktmanagement im Unternehmen sei während der Krise hilfreich bis sehr hilfreich (über 70%)
  • Die Stimmung unter den Mitarbeitenden im Team hätte sich durch Corona weder verbessert noch verschlechtert (58%)
  • Vorhandene Sach- oder Beziehungskonflikte hätten sich durch die Corona-Krise nicht oder nur gering verstärkt (über 70%). Neue Sach- bzw. Beziehungskonflikte durch die Corona-Krise werden von mehr als der Hälfte der Teilnehmenden zu diesem Zeitpunkt kaum wahrgenommen.
  • Der überwiegende Teil der Teilnehmenden gibt an, eine externe Unterstützung (z.B. durch eine/n Mediator*in, Coach, Supervisor*in) nicht in Anspruch zu nehmen, sondern gut alleine zurecht zu kommen (70%).

Besonders herausfordernde Probleme bei der Homeoffice-Tätigkeit seien:

  • Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Kinderbetreuung und Arbeit (ca. 41%)
  • Starke Ablenkung durch häusliches Umfeld (Familie: Kinder, Partner, Eltern – ca. 40%)
  • Schlechte Internetverbindung (ca. 38%)
  • Ungeeignete räumliche Gegebenheiten (Arbeitsplatz in Küche/Esstisch etc. ca. 32%)

Die Erhebung des ersten Stimmungsbilds erfolgte in der zentralen Zeit der Corvid19-Maßnahmen Anfang/Mitte April 2020,“ erklärt Bettina Janssen. „Interessant wird es nun sein, zu beobachten, ob und wie sich die Kommunikation und die Konfliktdynamiken in den kommenden Wochen nach Lockerung der Maßnahmen weiter verändern und welche Auswirkungen das auf die Teamführung haben wird.“ Dazu plant das Team nun weitere Schritte: Die zweite Umfrage soll Mitte Mai nach den ersten Wochen der Lockerung von Auflagen erfolgen, und schließlich die dritte nach überwiegender Rücknahme der das gesellschaftliche Leben einschränkenden Maßnahmen. {…}

Vollständige Quelle: RFH