© pixabay | geralt

Studie zu Altersdepression und Demenz

Stipendium für Forscherin der Uniklinik Köln

Wissenschaftler vermuten immer wieder einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Demenz. Eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, ob eine Depression ein erstes Anzeichen für die Entstehung einer Demenz sein kann, existieren jedoch nicht. Um in ihrem Forschungsprojekt „Altersdepression als Indikator für die präklinische Alzheimer-Krankheit“ genau das zu untersuchen, erhält Dr. rer. nat. Xiaochen Hu, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Gedächtnisstörungen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln, das mit 100.000 Euro dotierte Manfred-Strohscheer-Stipendium der Hirnliga e.V..

Im Übergang von der präklinischen in die klinische Phase der Alzheimer-Krankheit erleben die Patienten häufig subjektive Beeinträchtigungen ihrer kognitiven Leistungen und zeigen auch depressive Symptome. „Die Depression als Indikator der Krankheit ist jedoch bisher nicht etabliert. Im Gegenteil: Eine bestehende Depression ist derzeit ein Ausschlusskriterium bei Früherkennungsstudien zur Alzheimer Demenz“, erklärt Stipendiatin Dr. Hu. {…}

Das mit dem Forschungsstipendium geförderte zweijährige Projekt untersucht, ob Depressionen, die im Alter auftreten, als ein erstes klinisches Zeichen für eine sich entwickelnde Alzheimer-Demenz zu verstehen sind. Dafür werden etwa 40 Patienten der Spezialambulanz für Altersdepression hinsichtlich der räumlichen Navigationsfähigkeit, der episodischen Gedächtnisfunktion sowie weiterer kognitiver und klinischer Charakteristika untersucht. In Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin der Uniklinik Köln wird mittels PET-Bildgebung die räumliche Aufteilung von Ablagerungen eines speziellen Eiweißes – dem Tau-Protein – im Gehirn der Patienten gezeigt. Das Tau-Protein ist der Biomarker, der einen Hinweis auf eine präklinische Alzheimer-Krankheit geben kann. Darüber hinaus soll eine MRT-Bildgebung im Deutschen Zentrum für Neurodegenerativen (DZNE) in Bonn die strukturellen und funktionellen Änderungen im medialen Temporallappen darstellen und die mögliche Vermittlerfunktion zwischen der Tau-Ablagerung und der kognitiven Verschlechterung zeigen.

Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die Altersdepression mit Tau-Pathologie als Risikostadium der präklinischen Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen und zukünftig darauf basierende Präventionsstrategien zu entwickeln.

Vollständige Quelle: Uniklinik Köln