© Gehring Lab

Schutzmechanismus

Mechanismus zur korrekten Verarbeitung von Boten-RNA

Um Erbinformation bei der Herstellung neuer Zellbestandteile zu übermitteln, ist die Produktion von Boten-RNA als wichtiger Zwischenschritt unverzichtbar. Forscher*innen des Instituts für Genetik an der Universität zu Köln unter Leitung von Professor Dr. Niels Gehring konnten einen Kontrollmechanismus aufdecken, der die korrekte Produktion von Boten-RNA sichert und so den unkontrollierten Verlust von Informationen verhindert.

„Durch diesen grundlegenden Schutzmechanismus wird die Unversehrtheit der Boten-RNA gewahrt und sichergestellt, dass die Zelle auch tatsächlich die richtige Funktion übernimmt. Er ist also eminent wichtig“, sagt Gehring, der Seniorautor der Studie „Exon junction complexes suppress spurious splice sites to safeguard transcriptome integrity“ ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Molecular Cell veröffentlicht.

In menschlichen Zellen liegt das Erbgut als Gesamtmenge der einzelnen Gene geschützt und verpackt im Zellkern vor und kann nicht unmittelbar für die Produktion neuer Zellbauteile verwendet werden. Um die genetischen Informationen weiterzugeben, muss von jedem Gen zunächst eine Abschrift, die Boten-RNA, erstellt werden. Die meisten genetischen Baupläne sind durch zusätzliche Abschnitte ohne Informationen unterbrochen. Solche informationsleeren Bereiche müssen bei der Herstellung von Proteinen in der Zelle zuerst aus der Boten-RNA entfernt werden. Diesen Vorgang bezeichnet man als Spleißen. {…}

Läuft das Spleißen nicht korrekt ab und werden so genannte kryptische Spleißstellen benutzt, führt dies zur Produktion von fehlerhaften und unvollständigen Boten-RNAs. Im Resultat werden neue Proteine nicht korrekt gebildet. Durch die enge Zusammenarbeit des Kölner Teams mit der bioinformatischen Arbeitsgruppe von Professor Dr. Christoph Dieterich am Universitätsklinikum Heidelberg ist es nun gelungen, einen grundlegenden zellulären Mechanismus aufzuklären, durch den das Spleißen der Boten-RNAs an kryptischen Spleißstellen unterdrückt wird. {…}

Vollständige Meldung der Uni Köln