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Rückwärts laufen, vorwärts denken

Timing im Sport

„Timing“ ist im Sport ein geflügeltes Wort. Dabei geht es aber längst nicht nur um Zeit. Entscheidend für ein gutes „Timing“ im Sport ist ein passendes Zusammenspiel von Bewegung, Raum und Zeit. {…}

Vor diesem Hintergrund ist Jonna Löffler in ihrem Dissertationsprojekt  der Frage nachgegangen, wie Bewegung das zeitliche Denken verändert. „Die Idee war, aus einer sportpsychologischen Perspektive zu untersuchen, ob reale Bewegungen auch abstrakte Konzepte beeinflussen“, sagt Jonna Löffler. In unterschiedlichen Studien hat sie untersucht, inwiefern sich das Vorwärtsgehen und das Rückwärtsgehen auf kognitive Prozesse auswirken, die mit Zeit in Verbindung stehen.

Im Englischen bedeutet der zweideutige Ausspruch „A meeting has been moved forward“, dass eine Sitzung verschoben wurde, ohne Hinweis darauf, ob nach vorne oder nach hinten. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Leute, die sich geistig rückwärts bewegen, die beispielsweise rückwärts zählen, den englischen Satz eher als Verlegung auf einen früheren Zeitpunkt begreifen. Passend dazu gehen Probanden, die vorwärts zählen, von einer Verlegung in die Zukunft aus. Nun ist Jonna Löffler in einem Experiment der Vermutung nachgegangen, dass sich ähnliche Unterschiede zeigen, wenn Leute sich real entweder nach vorne oder nach hinten bewegen. Diese in der „Embodied-Cognition“-Forschung zuvor weit verbreitete Hypothese konnte sie überraschenderweise widerlegen. {…}

Vollständige Meldung der Sporthochschule