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Rohstoffnutzung

Abfallprodukte industriell nachhaltig nutzen

Die optimale Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wird für die Industrie bei knapper werdenden Ressourcen immer bedeutender. Die Doktorandin Josipa Lisicar von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln entwickelt ein System, das die Abfallprodukte bei der Herstellung von Backhefe (Saccharomyces cerevisiae) optimal nachhaltig und multidisziplinär nutzt.

Wie Backhefe und ihre Nebenprodukte entstehen
{…} Backhefe sorgt für die natürliche, biologische Lockerung von Brot, Brötchen und Gebäcken. Sie wird in einem biotechnologischen Verfahren, der Fermentation, vermehrt. Zur Gärung ist Melasse, ein zäher (hochviskoser) dunkelbrauner Zuckersirup, der als Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion anfällt, unersetzlich. „Allerdings ist die Melasse in der Industrie begehrt und deshalb teuer, weil er beispielsweise zur Herstellung von Bio-Ethanol, das in Benzin vorkommt, benötigt wird“, so Lisicar.

Äpfel und Trauben ersetzen Melasse
Um weniger davon zur Herstellung von Backhefe zu benötigen, möchte Josipa Lisicar Apfeltrester, das sind die Pressrückstände bei der Herstellung von Apfelsaft, dazu mischen. „Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Ich konnte einiges an Melasse für die Herstellung von Backhefe einsparen“, sagt Lisicar. Derzeit untersucht die Doktorandin außerdem die Mischung von Melasse und Traubenextrakt, der bei der Weinherstellung übrig bleibt, um auch hier zu sehen, wieviel Melasse man damit bei der Herstellung von Backhefe einsparen kann. {…}

Aufbau einer Pilot-Anlage zu Produktion von Hefesahne und Presshefe
Um selber Hefesahne und Presshefe zu produzieren und um beides analysieren zu können, baute Josipa Lisicar zunächst eine Produktionsanlage dafür {…} in Pilotmaßstab nach. Die spezielle Fermentationstechnik von S. cerevisiae schaute sie sich im Entwicklungslabor der Firma Uniferm in Monheim am Rhein an. {…} Die nachgebaute Anlage im Labor der TH Köln am Campus Leverkusen besteht aus einem 15-Liter-Fermenter, einer Mikrofiltrationsanlage und einem Vakuumdrehfilter. {…}

Vollständige Meldung der TH Köln