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Religiosität spielt eine Rolle

Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund

In einer Studie haben Prof. Dr. Sarah Carol (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Uni Köln) und Benjamin Schulz (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) den Einfluss verschiedener Formen der Religiosität auf den Bildungserfolg von muslimischen und christlichen Kindern mit Migrationshintergrund untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass der Zusammenhang zwischen Schulleistungen und Religiosität von der Form des religiösen Engagements abhängt. Das Engagement von Kindern und Jugendlichen in Moscheen beispielsweise geht mit besseren Schulleistungen einher, wenn sie nicht in segregierten Nachbarschaften leben. Die Ergebnisse der Studie „Religiosity as a bridge or barrier to immigrant children’s educational achievement?“ wurden nun in der Fachzeitschrift „Research in Social Stratification and Mobility“ veröffentlicht. {…}

Die Studie nutzte Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), um diese Hypothesen in Bezug auf muslimische und christliche Kinder mit Migrationshintergrund zu testen. Als Indikatoren für den schulischen Erfolg werden vor allem die Ergebnisse von Mathetests herangezogen. Der Grad der Religiosität und die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft wurden über die Beantwortung von Fragen erfasst. Informationen zum Migrationshintergrund lieferte die Herkunft der Eltern (Türkei, ehemalige Sowjetunion, Osteuropa, Südeuropa, Westeuropa, Asien, andere).

„Die Studie zeigt, dass Religiosität nicht generell ein Hindernis für Bildungserfolg ist. Sowohl bei christlichen als auch muslimischen Schülern steht Religiosität unter bestimmten Bedingungen guten schulischen Leistungen nicht im Weg“, sagt Carol. „Religiosität spielt jedoch in erster Linie für den Bildungserfolg von muslimischen Kindern eine Rolle; für christliche Kinder spielt Religiosität hingegen kaum eine Rolle.“ {…}

Eine hohe Gebetshäufigkeit geht bei muslimischen Kindern ebenfalls mit besseren Schulleistungen einher. „Regelmäßiges Beten deutet auf Selbstdisziplin und intrinsische Motivation hin. Beides sind auch Schlüsselfaktoren für den Schulerfolg“, so Carol. Anders sieht das Bild bei muslimischen Schülerinnen und Schülern mit einer hohen religiösen Selbsteinschätzung aus und jenen, die keinen regelmäßigen religiösen Verpflichtungen nachgehen. In dieser Schülergruppe ist es wahrscheinlicher, dass sie die Schule beispielsweise früh verlassen (Hauptschulabschluss) oder sogar abbrechen. „Muslimische Religiosität kann ein wichtiger Teil der sozialen Identität der Schüler sein, wenn sie Probleme in der Schule oder Schwierigkeiten beim Übergang in die Arbeitswelt haben“, interpretiert Carol dieses Ergebnis.

Zusammenfassend stellen Carol und Schulz fest, dass subjektive Religiosität ein Hindernis darstellen kann, aber andere Facetten der muslimischen Religiosität kein Hindernis für den Bildungserfolg sein müssen.

Vollständige Meldung der Uni Köln

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