Pumptrack © Sportamt/Bopp

Pilotprojekt Pumptrack

Studierenden haben ein Beobachtungsprotokoll entworfen

Seit gut vier Wochen steht der mobile Pumptrack nun schon neben der Bahnhaltestelle des Rhein-Energie-Stadions. Studierende der Sporthochschule (DSHS) begleiten das Projekt unter der Betreuung von Dr. Stefan Siebert vom Institut für Outdoor Sport und Umweltforschung und sollen dadurch der Stadt Köln eine Entscheidungsgrundlage schaffen, ob ein permanenter Pumptrack in Köln Anklang finden würde.

Ziehen…Drücken…Ziehen…Drücken…. Durch diese rhythmische Bewegung, das sogenannte „Pumpen“, wird auf einem Pumptrack Geschwindigkeit aufgebaut. So kann, das richtige Timing vorausgesetzt, der ganze Kurs durchfahren werden, ohne, dass zwischendurch in die Pedale getreten (mit dem Fahrrad) oder mit den Fuß angeschoben (Skateboard oder Scooter) werden muss.

„Bislang wird er sehr gut angenommen“, erzählt Siebert, „zu Beginn war es durch die Neugier bedingt schon fast übervoll, aber das pendelt sich so langsam ein.“ Er selbst hatte im vergangenen Jahr auf einer Infoveranstaltung des Sportamts einen Vortrag zum Thema Pumptrack gehalten. Eingeladen dazu hatte Eva Marlie, sie ist zuständig für die Sportentwicklungsplanung der Stadt Köln.

Der Vorschlag eines Pumptracks für Köln wurde vom Sportamt aufgenommen und schnell war die Fläche neben der Haltestelle für eine temporäre Lösung im Raum, da sich Sportamt und auch die Sporthochschule in unmittelbarer Nähe befinden. Die Schweizer Firma Allegra Movement war ebenfalls schnell bereit, den mobilen Pumptrack für den Zeitraum des Pilotprojektes zur Verfügung zu stellen, allerdings unter der Bedingung, dass der Pumptrack im öffentlichen Raum, also frei zugänglich aufgestellt wird und eine wissenschaftliche Begleitung stattfindet. So entstand das Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Köln und der Sporthochschule mit dem ausdrücklichen Ziel, Studierende in die Datenerhebung und Analyse einzubinden.

Deshalb begleiten Nina Ehlen und Lukas Schmidt – beide studieren den Schwerpunkt Sport, Erlebnis und Bewegung – das Projekt im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten. Zusätzlich unterstützt die Profilvertiefung Radsport bei der Datenerhebung und -analyse. Diese soll sich in drei große Bereiche aufteilen: Zum einen sollen Daten über die Frequentierung der Anlage erhoben werden. Dafür hat Siebert bereits vor einem Jahr über Qualitätsverbesserungsmittel der Sporthochschule ein Messsystem der Firma Eco-Counter angeschafft, mit dem jede gefahrene Runde auf dem Pumptrack registriert wird. Darüber können Erkenntnisse über die tatsächliche Anzahl an Besucher*innen im Tages- oder Wochenverlauf gewonnen werden. Oder auch darüber, welchen Einfluss das Wetter auf das Besucheraufkommen hat.

Um jedoch genauere Angaben über die Nutzer*innen zu erhalten, haben die Studierenden ein Beobachtungsprotokoll entworfen. Damit soll an insgesamt 36 Beobachtungsterminen über einen Zeitraum von drei Wochen zu verschiedenen Tageszeiten am Pumptrack beispielsweise Altersstruktur, Geschlecht oder Art der verwendeten Rollsportgeräte dokumentiert werden. „Im Abgleich mit den Eco-Counter-Werten können wir dadurch wie bei einer Wahlhochrechnung Rückschlüsse auf das gesamte Nutzungsverhalten ziehen“, so Siebert. Zusätzlich sollen mittels einer Online-Befragung weitere Nutzungsdaten, wie etwa die Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts oder auch aus welchem Stadtteil die Nutzer*innen kommen, erhoben werden.

Als dritter Aspekt kommt eine biomechanische Analyse hinzu. Mittels der Software „scalefit“, die von Dr. Frank Emrich vom Institut für Biomechanik und Orthopädie entwickelt wurde, kann anhand von Gelenk-Winkelstellungen analysiert werden, ab wann eine Beugung bzw. Streckung beginnen sollte, damit eine optimale Bewegung erfolgt. In Kompaktkursen agieren die Radsport-Kursteilnehmer*innen selbst als Proband*innen, nehmen die Fahrten sowohl mit einer normalen Kamera als auch mit der „scalefit“-Software auf, um diese zu analysieren und Bewegungsbeschreibungen vorzunehmen.

All diese Auswertungen sollen letztendlich der Stadt zeigen, ob so ein Pumptrack angenommen wird und dadurch eine dauerhafte Lösung in Köln denkbar ist. Die mobile Anlage wird die kompletten Sommerferien, also bis zum 11. August, an der Bahnhaltestelle Rhein-Energie-Stadion bleiben. „Wir haben jetzt extra einen langen Zeitraum gewählt, damit wie sehen können, wie sich die Nutzerstruktur verändert“, meint Siebert. Einigen Rückmeldungen zufolge ist der mobile Pumptrack den Nutzer*innen zu schmal, „bei einer permanenten Anlage gäbe es hingegen dann aber viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um auf die Wünsche der Nutzer*innen einzugehen“, resümiert Siebert nach den ersten Wochen.

Vollständige Quelle: DSHS