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Fr. 07.04.2017

Friederich Schenker – Missa Nigra

Ende der 70er Jahre planten die USA den Bau der Neutronenbombe. Weltweit kam es zu massiven Protesten der Friedensbewegung, in die auch Musiker und Komponisten einstimmten. Einer von ihnen war Friedrich Schenker, 1942 in Zeulenroda (Thüringen) geboren, Soloposaunist im Rundfunksinfonieorchester Leipzig und gemeinsam mit dem Oboisten Burkhard Glaetzner Gründer der Gruppe Neue Musik »Hanns Eisler«, die als Avantgarde-Formation die Entwicklung der zeitgenössischen DDR-Musikszene stark beeinflusste.

Die Auseinandersetzungen über die Neutronenbombe, einer Waffe, die Infrastruktur und Eigentum verschont, die Menschen aber tötet, bewegten ihn zur Komposition des Kammerspiels II »Missa Nigra«. Dabei nutzte Schenker für die Darstellung jener ungeheuerlichen Bedrohung keine der hinreichend vertrauten, musikalischen Formen und Mittel; dies wäre dem Thema sicher auch nicht gerecht geworden. Er inszenierte vielmehr eine Schwarze Messe mit visuellen und klanglichen Aktionen, ein expressives und energiegeladenes Werk, in dem am Schluss die Musik als zutiefst menschliche Ausdrucksform jegliche Existenzberechtigung verliert.

Wann

07.04.2017
19:30 – 20:30 Uhr

Wo

Kammermusiksaal Deutschlandfunk (Köln)

Kosten

15 Euro/ erm. 12 Euro

Anmeldung

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Veranstalter

HfMT

Referent

Andreas L. Maier

Weitere Infos

HfMT Webseite