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Kinderschutz im Lockdown

Untersuchungsdesign aufgrund Corona-Auswirkungen angepasst

Mit der strategischen Zielsetzung „Hauptstadt für Kinder“ wird die Stadt Monheim am Rhein eigenen Aussagen zufolge zu einer der kinder-, jugend- und familienfreundlichsten Städte in Deutschland. Im Rahmen einer kommunalen Gesamtstrategie wird die inhaltlich und räumlich vernetzte kinder-, jugend- und familienfreundliche Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Themen wie „Abbau von Bildungsbenachteiligung“, „Förderung sozialer Teilhabe“, „Sicherung gesunden Aufwachsens“ oder „Inklusion“, „Frühe Förderung und Kinderschutz“ sind formulierte Ziele der umfangreichen und sich kontinuierlich weiterentwickelnden Angebotsstruktur in Monheim am Rhein.

„Besonders beim Thema „Frühe Förderung und Kinderschutz“ indes gibt es bislang kaum valide Daten, die Bedeutung der Kinderschutzfachkräfte für den Kinderschutz kann somit eher vermutet als empirisch belegt werden. Auch die Evaluation des BKiSchG hat nur erste Ergebnisse geliefert“ beschreibt Prof´in Dr. Heike Wiemert die Ausgangslage. Bereits im August 2019 wurde zwischen der Kommune Monheim und dem Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) – vertreten durch die Professores Heike Wiemert und Michael Obermaier – eine Forschungskooperation geschlossen. Ziel der explorativen Forschung ist es, am Beispiel der Kommune Monheim die Bedingungen zu klären, unter denen der lokale Kinderschutz durch die Arbeit von Kinderschutzfachkräften qualifiziert und intensiviert werden kann.

War zum Projektstart noch nicht abzusehen, dass die Corona-Situation Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendhilfe hat und auch weiterhin haben wird, so galt es, das Untersuchungsdesign flexibel an die neue Situation anzupassen. Die Pandemie geht mit veränderten Anforderungen und Rahmenbedingungen an die Kinder- und Jugendhilfe allgemein und an den Kinderschutz im Besonderen einher, die auch die Kinderschutzfachkräfte als Akteure im kommunalen Kinderschutz fordern. Dieser Annahme folgend soll der explorative Einblick in das Handlungsfeld mit einer systematischen Analyse der gegenwärtigen Situation, unter der Kinderschutzarbeit in der Untersuchungskommune geleistet wird bzw. werden musste, beginnen.

Das Projektdesign ist iterativ angelegt und wird in enger Absprache mit den lokalen Verantwortlichen in mehreren Schleifen kommunikativ validiert und entsprechend justiert. Die aktuell angelaufene Situationsanalyse fokussiert nicht allein die Kinderschutzfachkräfte, vielmehr werden alle relevanten Akteure des kommunalen Kinderschutzsystems in den Blick genommen, so auch Pädiatrie, Polizei, Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter_innen. „Dazu wurde ein umfängliches Tool entwickelt, das auch der Sozialökologie anderer Kommunen methodisch gerecht wird. Diesen Vorteil machte sich die Kommune Bonn zunutze, und ist dem guten Beispiel Monheims gefolgt“ freut sich Michael Obermaier.

Das Projekt wird geleitet von den Professor_innen Heike Wiemert und Michael Obermaier und wird in Zusammenarbeit mit fünf Studiernden aus dem Masterstudiengang Forschung und Innovation in der Sozialen Arbeit an der KatHO Köln realisiert. Personell und strukturell getragen wird das Vorhaben vom Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki). Das Projekt hat eine Laufzeit von April 2020 bis Juli 2021. {…}

Vollständige Quelle: KatHO NRW