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Höhenluft in Bodennähe

Sauerstoffmangel als Therapiekonzept für Herzpatienten

Fünf Wochen lang werden die Profibergsteiger Ralf Dujmovits und Nancy Hansen Höhenluft schnuppern. {…} In der Forschungsanlage :envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden die beiden zwar bei deutlich reduziertem Sauerstoffgehalt wie in einer Höhe von bis zu 7000 Metern leben, auf Tageslicht, einen schönen Ausblick über die Bergwelt und auch Einsamkeit in eisigen Höhen werden sie aber verzichten. Mediziner des DLR, des Krankenhauses Köln-Merheim und weitere Partner wollen herausfinden, ob ein längerer Aufenthalt unter starkem Sauerstoffmangel die Herzmuskelzellen zur Teilung anregt – die beiden Bergsteiger sind die Probanden für die erste Studie. Bestätigt sich die Annahme, könnte in Zukunft mit dieser Therapie die Herzfunktion von Patienten beispielsweise nach einem Herzinfarkt verbessert werden.

Narbengewebe durch gesundes Gewebe ersetzen

{…} “Interessanterweise teilen sich Herzmuskelzellen noch bei ungeborenen Säugetieren und Menschen. Der Sauerstoffgehalt im Blut der Ungeborenen ist sehr viel niedriger als nach der Geburt. Durch die Reduktion auf 8 Prozent Sauerstoff erzeugt man im Menschen einen ähnlichen Sauerstoffdruck wie vor seiner Geburt und versucht damit, diese sehr frühen Regulationsmechanismen der Zellen wieder zu aktivieren“, erläutert Dr. Ulrich Limper. {…}

Neuland für Forscher und Probanden

“Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Sauerstoff ist schädlich für den Körper“, betont Mediziner Dr. Ulrich Limper. “Der Mensch toleriert Schwankungen im Sauerstoffgehalt seiner Umgebung nur in einem ziemlich engen Bereich.“ {…} “Unter bestimmten Umständen kann die Reduktion des Sauerstoffs aber auch die Organfunktion, zum Beispiel des Herzens, verbessern.“

Für Wissenschaftler und Probanden ist die 14-tägige Hypoxie, der Sauerstoffmangel, schließlich Neuland. “Bisher haben nur vereinzelt sehr gut trainierte Menschen in einer Höhe von über 7000 Meter für zwei Wochen gelebt. Unter Laborbedingungen hat das bisher noch keiner getan“, sagt Studienleiter Prof. Jens Tank vom DLR. {…}

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