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Herausforderungen durch Corona: HS Macromedia

Alternative Unterrichtsmodule statt Praktikum

Wie reagieren Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in Köln auf die aktuellen Herausforderungen durch Corona? Wie die Hochschule Macromedia mit der Krise umgeht, dazu ein Beitrag von Dr. Inga Heins.

Was ist für Ihre Einrichtung derzeit die größte Herausforderung in der Corona-Krisen-Situation?

Die Herausforderungen für die Hochschule Macromedia haben sich mit fortschreitender Dauer der Corona-Krisen-Situation geändert. Die erste große Herausforderung war, in einer Situation mit regional sehr unterschiedlichem Infektionsgeschehen und unklaren Maßnahmen des Gesetzgebers eine mutige Management-Entscheidung für die eigenen Bildungseinrichtungen zu treffen. Diese Managemententscheidung beinhaltete, am geplanten Semesterstart – 16.3.2020 – festzuhalten und den Unterricht mit Tag 1 des Sommersemesters 2020 in die virtuelle Präsenzlehre zu verlagern.

Die zweite große Herausforderung bestand in der operativen Durchführung der Lehre. Für ca. 80 Prozent der Lehrveranstaltungen ging es darum, standardisierte Präsenz-Formate für die Remote-Situation zu definieren, die IT-Infrastruktur entsprechend zu erweitern und die Lehrenden zu schulen. Für ca. 20 Prozent der Lehrveranstaltungen mit hohem Praxisanteil (Film und Fernsehen, Design, Schauspiel, Musik, Kunst) ging es darum, innovative Lösungen für das Arbeiten im Homeoffice zu finden und eine spätere Durchführung als Blockseminar sinnvoll zu strukturieren.

Einen hohen Betreuungsaufwand erforderten auch die Bachelorstudierenden, welche die Corona-Krise während ihres Praxissemesters ereilte. Fast ein Drittel des Jahrgangs konnte das Praktikum nicht weiterführen. Für sie setzte die Hochschule alternative Unterrichtsmodule auf. Zusätzlich musste die Hochschulleitung Planungssicherheit für das regulär im Wintersemester stattfindende Auslandssemester herstellen. Nach detaillierten Absprachen mit sämtlichen Partnerhochschulen entschied sie für die Verschiebung des Auslandssemesters um ein Jahr.

Die dritte große Herausforderung wird sein, 80 Prozent der Prüfungen in virtuellen Formaten abzunehmen, welche nicht nur juristisch unbedenklich sind, sondern eine differenzierte Leistungsbeurteilung der Studierenden ermöglichen.

Was leistet Ihre Hochschule bzw. Forschungseinrichtung aktuell, um den Lehr- und Forschungsbetrieb aufrecht zu erhalten?

Die Hochschule Macromedia befindet sich an allen sieben Hochschulstandorten im Online-Modus. Grundlage für den erfolgreichen Transfer der Hochschullehre in die virtuelle Präsenz ist die langjährig erprobte Lernmanagementplattform Moodle. Auf diese digitale Infrastruktur wurden weitere, hochschulweit einheitliche Tools für den Präsenzunterricht aufgesetzt – vor allem Microsoft Teams und Blackboard Collaborate. Sämtliche Serviceeinrichtungen (Bibliotheken, Student Service Desk, Technikausleihen) bieten tägliche, erweiterte Online-Sprechstunden an. Außerdem wurden Lizenzen für Online-Datenbanken und Dokumenten-Server massiv aufgestockt. Unter strenger Einhaltung von Hygiene- und Einlassregelungen dürfen Bücher und Technik seit 4.5.2020 auch wieder am Campus ausgeliehen werden. Seit 11.5.20 findet zudem für speziell autorisierte Kurse mit hohem Praxisanteil gestaffelter Unterricht am Campus statt.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie langfristig auf die Abläufe Ihrer Einrichtung aus? Welche strukturellen Veränderungen werden zukünftig eine größere Rolle spielen?

Die – standardmäßige – Evaluation des Sommersemesters 2020 wird vorrangig einer Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Bewertung der Corona-bedingten Online-Lehre dienen. Punktuelle Rückmeldungen legen nahe, dass bestimmte Unterrichtsformate in der Online-Durchführung sogar besser funktionieren als in der Durchführung vor Ort. Diese Auswertungen werden Eingang in die zukünftige Ausgestaltung der Macromedia-Lehre finden.

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Dr. Inga Heins ist Pressesprecherin an der Hochschule Macromedia. Wir danken ihr für das Statement.