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Grundlagen der Sportphilosophie

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Volker Schürmann

Univ.-Prof. Dr. Volker Schürmann vom Institut für Pädagogik und Philosophie ist einer der wenigen Sportphilosophen in Deutschland. Sein Hauptinteresse gilt den Verflechtungen des Sports mit der gesamtgesellschaftlichen Realität. Zuletzt hat er in diesem Kontext einen Beitrag über „Bedingungen der Möglichkeiten von Inklusion“ im Sport veröffentlicht.

Herr Schürmann, Sie befinden sich derzeit in einem Forschungssemester, woran arbeiten sie in dieser Zeit ohne Lehre und Universitätsalltag?

Volker Schürmann: Mein Projekt für dieses Semester ist ein Buch mit dem Titel „Grundlagen der Sportphilosophie“, so ein Basiswerk gibt es bisher nämlich noch nicht. Bevor ich in Köln war, habe ich in Leipzig gelehrt, dort eine Vorlesung mit diesem Titel gehalten und eine eigene Idee entwickelt, was Sportphilosophie überhaupt ist oder sein könnte. Wichtig ist mir dabei herauszustellen, was diese Idee anderen Kolleginnen und Kollegen wie Elk Franke, Gunnar Drexel, Barbara Ränsch-Trill oder Gunter Gebauer verdankt, aber auch einige Akzentsetzungen gegenüber ihnen zu entwickeln.

Worin liegt Ihr eigener Ansatz?

Ein zentraler Punkt ist der Versuch, ernst zu nehmen, dass der Sport rein institutionell eine Besonderheit aufweist. Es gibt keine Physikphilosophie und keine Soziologiephilosophie, Sportphilosophie ist hingegen an der Deutschen Sporthochschule in Köln und an einigen anderen sportwissenschaftlichen Instituten fest verankert. Das ist eine ganz merkwürdige Ausnahme. Beim Sport gibt es irgendeine bemerkenswerte Besonderheit, die der Philosophie innerhalb der Sportwissenschaft immer einen bestimmten Raum verschafft hat.

Haben sie eine Erklärung für dieses Phänomen?

Unbestritten ist, dass der Sport als solcher danach schreit, eine philosophische Dimension zu thematisieren. Dennoch lassen sich eigentlich alle Fragestellungen des Sports anderen Bereichen zuordnen, der Sportpsychologie, der Soziologie, der Trainingswissenschaft und so weiter.  {…}

Vollständiges Interview der Deutschen Sporthochschule Köln