© UzK

Geschichte des Völkerrechts

Forschung, Lehre und Vortragsreihe

Humanitäre Intervention, Kolonialismus, Freiheitskriege – ein Teil der Geschichte des Völkerrechts ist die Geschichte der großen Auseinandersetzungen zwischen Staaten. Was früher das ius in bello, das Kriegsvölkerrecht war, das hat sich bis heute zum Humanitären Völkerrecht entwickelt. Professor Dr. Fabian Klose, neuer Lehrstuhlinhaber für Internationale Geschichte und Historische Friedens- und Konfliktforschung und Professor Dr. Claus Kreß, Völkerrechtler und Direktor des Institute for International Peace and Security Law gehen das Thema nun gemeinsam an. Beide wollen langfristig in Forschung und Lehre kooperieren. „In Versailles saßen die Deutschen noch auf der Anklagebank“, erklärt der Völkerrechtler Kreß. „Mehr als 70 Jahre später war Deutschland auf einmal eine Kraft, die die Entwicklung des Völkerrechts forciert hat.“ Jeder Staat weltweit hat seine eigene Haltung zum Humanitären Völkerrecht und zum internationalen Strafgerichtshof entwickelt. „Das kann ein Rechtswissenschaftler zwar ansatzweise beantworten, letztlich aber viel besser, wenn er mit einem Historiker zusammenarbeitet, der die jeweilige rechtspolitische Haltung in ihren größeren Kontext einzubetten versteht.“

„Den HistorikerInnen fehlt häufig die allerletzte völkerrechtliche Expertise. Wenn man aber mit jemanden wie Claus Kreß ein derartiges Kooperationsprojekt starten kann, dann ist das ein großer Gewinn“, so Klose.

Die Zusammenarbeit wird auf drei Säulen ruhen: Forschung, Lehre und einer neuen Vortragsreihe mit internationalen Gastwissenschaftler und Gastwissenschaftlerinnen. „Wir sind jetzt startklar und können den Studierenden nun unser erstes Seminar ankündigen“, sagt Kreß: Für das Sommersemester 2020 bieten Klose und Kreß ein interdisziplinäres Seminar zur Geschichte des Völkerrechts: „Vom Kriegsrecht zum Humanitären Völkerrecht? Das Völkerrecht der bewaffneten Konflikte vom 19. bis 21. Jahrhundert“.

Das Seminar wird die Geschichte des Völkerrechts der bewaffneten Konflikte von der Pariser Seerechtsdeklaration 1856 bis zum so genannten „Krieg gegen den Terror“ behandeln.

Die beiden Professoren haben ihre Zusammenarbeit seit über einem Jahr geplant: Seminare, Vortragsreihe und Forschungsprojekte. „Wir wissen nicht wie unsere Studenten darauf reagieren, aber wir beide haben Riesenlust, das anzugehen“, erklärt Kreß. „Man muss sich auf die Perspektive des anderen Fachs einlassen. Das sollte bei entsprechender Neugier nicht schwer sein“, ergänzt Klose.

Zusätzlich zu dem Seminar wird es ab April die neue gemeinsame Vortragsreihe „Cologne Lecture on International History and International Law“ geben. Den Auftakt hierzu wird Prof. Dr. Andrew Thompson, Oxford University, am 22. April mit seinem Vortrag „Nelson Mandela on Robben Island. To What Extent Can International Law Provide Protection for Political Prisoners?“ bilden.

Dazu kommt im September eine von Historikern ausgerichtete und von der Volkswagenstiftung geförderte Herrenhäuser-Konferenz „Governing Humanitarianism. Past, Present, and Future“, an der Claus Kreß teilnehmen wird. Außerdem werden die Wissenschaftler gemeinsame Forschungsthemen angehen: „Wir denken auch an ein größeres internationales Projekt mit interdisziplinären Tandems aus mehreren Ländern“, so Kreß.

Die beiden Wissenschaftler sehen eine Fülle interessanter Forschungsthemen, die sie in Zukunft bearbeiten wollen: Kolonialkriege, Humanitäre Interventionen, Friedensverträge, Internationale Gerichtsbarkeit {…}.

Vollständige Quelle: Uni Köln