© KISD | Enis Akiev

Fliesen aus Plastik

Recycling für die Inneneinrichtung

Wohin mit unserem Plastikmüll? Weniger zu produzieren wäre die beste Lösung. Ihn für die Inneneinrichtung zu verwerten ist eine Idee, die Enis Akiev verfolgt. Für ihre Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Integrated Design hat sie aus Plastikmüll vielfarbige Wandkacheln gestaltet, in verschiedenen Farben und Marmorierungsmustern.

Dazu hat sie sogenanntes Plastiglomerat hergestellt. In der Natur entstehen Plastiglomerate durch Kunststoffe, die sich mit natürlichen, gesteinsbildenden Bestandteilen vermischen.

“Das erste Plastiglomerat wurde auf einer hawaiianischen Insel entdeckt”, erzählt Akiev. Bei dortigen Vulkanausbrüchen verband sich die heiße Lava mit Materialien, die am Strand lagen – wie anderem Gestein, Sand, Treibholz, Muscheln, Korallen und eben auch Kunststoffabfall. So wurde das Plastiglomerat Teil des Vulkangesteins.
Auch Lagerfeuer am Strand können zu Plastiglomeratsbildung führen {…}: “2013 wurde es erstmals von der Künstlerin Kelly Jazvac, der Geologin Patricia Corcoran und dem Ozeanographen Charles Moore entdeckt und ‘Plastiglomerat’ benannt. Sie vermuten große Mengen auf dem Meeresboden.” {…}

Um für ihre Fliesen eigenes Plastiglomerat herzustellen, hat Akiev ausschließlich Verpackungsmaterialien benutzt. Jede Fliesenart besteht jeweils aus nur einer Kunststoffart, wie beispielsweise Polypropylen oder Polyethylen. Die Verpackungen werden erhitzt, geknetet, in ein Vierkantrohr gepresst und abgekühlt. Die Kunststoffkuben werden anschließend in Scheiben zersägt und geschliffen. Die durch das Kneten und Pressen entstandenen Strukturen erinnern an metamorphes Gestein. {…}

Für ihre Arbeit “Plastic Stone Tiles” wurde Eniv Akiev für den Kölner Designpreis 2018 nominiert. Auch auf der Dutch Week, einer Designausstellung in den Niederlanden, hat sie ihre Kacheln präsentiert und hofft nun darauf, ihre Idee weiterverfolgen zu können: über die Kooperation mit einem Abfallsortierer und Abfallverarbeiter, um gereinigte Kunststoffabfall beziehen zu können. {…}

Vollständige Quelle: TH Köln