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E-Sport

Forschungszweig mit steigender Bedeutung

Kevin Rudolf forscht am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der SpoHo und hat sich zu einem versierten Kenner der E-Sport-Forschung entwickelt. Er glaubt, dass dieser Forschungszweig in den kommenden Jahren immer mehr Bedeutung erlangen wird.

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Wird die E-Sport-Forschung innerhalb der Sporthochschule als echte Sportwissenschaft ernst genommen?
Computerspieler sind eine Zielgruppe, der die Forschung bisher kaum etwas zu bieten hat. Unser Institut befasst sich ja unter anderem mit der bewegungsorientierten Prävention. Von daher sehen wir eine unserer Aufgaben darin, die Gamer vom Bildschirm wegzubekommen, indem wir aufzeigen: Okay, wenn Ihr Eure Leistung nachhaltig verbessern wollt, müsst Ihr auch etwas für Eure Gesundheit tun. Bei diesem Argument, wird vielen Leuten klar, warum wir uns damit beschäftigen

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Welche Fragen stehen aus Forscherperspektive im Mittelpunkt?
Da sind wir auf der Suche nach den Parametern, die den Spieler wirklich besser machen. Wenn ich meine Reaktionsfähigkeit trainieren will, muss ich nicht notwendigerweise vor dem Bildschirm sitzen. Wenn ich meine Konzentration, meine mentale Ausdauer, meine Durchhaltekraft verbessern will, hilft mir manches klassische Training viel eher. Die Forschung dient gewissermaßen dazu, unseren gesundheitsbezogenen Ansatz zu legitimieren.

Welche Fähigkeiten unterscheiden den Profi vom Zocker im heimischen Kinderzimmer?
Auch auf diesem Forschungsfeld fangen wir gerade erst an, aber einige Parameter konnten wir schon identifizieren: Wahrnehmungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Feinmotorik, die Geschwindigkeit, die Präzision, solche Fähigkeiten sind essenziell. Gerade, wenn man an Spiele denkt, wo es darum geht, den Gegner in irgendeiner Weise auszuschalten. Im April haben wir auf der ESL-Meisterschaft in Düsseldorf, wo einige der besten Spieler angetreten sind, Daten zu dieser Frage erhoben.

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Was waren denn die allerersten Fragen, denen Sie nachgegangen sind?
Da ging es vor allem darum, herauszufinden, welchen Belastungen die Spieler ausgesetzt sind. Da haben wir dann Herzfrequenzen und Speichelcortisol untersucht. Die Spieler stehen unter einem enormen Stress, teilweise gehen die Herzfrequenzen auf 140 bis 160 Schläge pro Minute hoch, das ist für eine Bewegung im Sitzen schon interessant.

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Vollständige Meldung der DSHS