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Digitale Mediennutzung

Eltern verletzen Privatsphäre der Kinder

Die Nutzung digitaler Medien in Familien führt oftmals zu einer gravierenden Gefährdung der Persönlichkeitsrechte von Kindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderhilfswerk {…}.

Professorin Dr. Nadia Kutscher von der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln untersuchte in „Kinder. Bilder. Rechte – Studie zu Persönlichkeitsrechten von Kindern im Kontext digitaler Mediennutzung in Familien“, wie Medien im Alltag von Eltern und ihren Kindern genutzt werden. Die Studie zeigt auf der Basis von 37 Interviews mit Eltern und Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren, wie diese Familien die Medienerziehung gestalten. {…}

Kutscher und ihr Team fanden heraus, dass Eltern ihren Kindern einen möglichst sicheren Umgang mit digitalen Medienangeboten ermöglichen wollen. Gleichzeitig zeigten sie sich oft unsicher, wie sie den Risiken der digitalen Mediennutzung begegnen sollen, besonders bei der Nutzung sozialer Netzwerkdienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Snapchat und YouTube. {…}

Untersucht wurde auch die Rolle des sogenannten „Sharenting“, also der Verbreitung von Kinderbildern durch Eltern in sozialen Medien, und inwiefern die Beteiligungsrechte und Persönlichkeitsrechte der Kinder dabei beachtet werden. „Eltern wollen prinzipiell die Daten ihrer Kinder schützen, fühlen sich aber in den meisten Fällen nicht ausreichend kompetent in der Nutzung verschiedener Dienste. Unzureichende Informiertheit, Unsicherheit, Hilf- und Machtlosigkeit, aber auch Nutzungsroutinen sind oft dafür verantwortlich, dass Eltern die Daten ihrer Kinder unzureichend schützen“, erklärt Kutscher. {…}

Da Eltern ihre Kinder bei der Mediennutzung schützen wollen, greifen sie darüber hinaus häufig zu Mitteln wie der Kontrolle von passwortgeschützten Kommunikationsinhalten der Kinder in sozialen Netzwerken, fanden Kutscher und ihr Team heraus. Solche Eingriffe verletzen die Privatsphäre der Kinder teilweise massiv. Insofern werden die Rechte von Kindern im Rahmen von Medienerziehung in der Familie oftmals nicht hinreichend berücksichtigt, stellten sie fest. {…}

Vollständige Meldung der Uni Köln