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Der Plastik-Kreislauf

Fünf Recyclingverfahren für PET

Plastikfrei einkaufen ist nicht einfach. Selbst auf dem Wochenmarkt wird Obst und Gemüse in Plastiktüten verpackt – es sei denn, man hält gleich mehrere eigene Textilbeutel bereit. Mittlerweile gibt es in Köln ein paar schicke kleine Tante-Emma-Läden, die Lebensmittel unverpackt verkaufen. Eine schöne, wenn auch nicht günstige Idee, um unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden. Aber spätestens bei Flüssigkeiten wird es für die meisten Menschen zu unpraktisch, auf die anfallende Einmalverpackung zu verzichten – zumal sich diese in Deutschland über das Mehrwegsystem in einem Wiederverwertungskreislauf befindet. Statt in Glas oder Dosen werden mittlerweile die meisten Flüssigkeiten in PET-Flaschen angeboten. Nicht nur Getränke, auch immer mehr andere Lebensmittel werden in einer Verpackung angeboten, die aus Polyester, einem thermoplastischen Kunststoff, hergestellt worden ist. {…}

Prof. Dr.-Ing. Thomas Rieckmann vom Institut für Anlagen- und Verfahrenstechnik beschäftigt sich seit 25 Jahren mit der Herstellung, der Verarbeitung, dem werkstofflichen sowie dem chemischen Recycling von Polymeren. {…}

Die einfachste Methode ist zugleich die älteste. Anfang der 1990er Jahre löste Rieckmann seine erste industrielle Aufgabe im Bereich des Schließens von Materialkreisläufen: Besonders dickwandige PET-Flaschen können seitdem wieder befüllt werden, wenn sie vorher sorgfältig mit heißer Lauge gewaschen und dabei von allen nur möglichen Fremdstoffen befreit werden. Diese Flaschen werden in Deutschland über ein eigenes Pfandsystem eingesammelt. Man kann Pfandflaschen nach dem Einsammeln aber auch anders nutzen: sie klein mahlen, waschen und von Fremdstoffen befreien, um danach daraus wieder neue PET-Flaschen herzustellen. Solch ein Verfahren haben der Prozessentwickler und sein Team gemeinsam mit einem deutschen Industrieunternehmen ab Anfang der 2000er Jahre mit entwickelt. Diese Art des PET-Recyclings funktioniert perfekt für farblose, blaue und grüne Flaschen. Der maximale Recyclinganteil beträgt aktuell bei dieser Verfahrensart circa 70 Prozent, Tendenz weiter steigend.

Vollständige Meldung der TH Köln